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Made in Germany: Bayreuther Klaviermanufaktur feiert Jubiläum | BR24

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Der Familienbetrieb Steingraeber und Söhne ist eine der drei letzten Klaviermanufakturen in Deutschland. Das Traditionsunternehmen im oberfränkischen Bayreuth feiert in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen.

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Made in Germany: Bayreuther Klaviermanufaktur feiert Jubiläum

Nur noch drei Klaviermanufakturen mit dem Stempel "Made in Germany" gibt es. Eine davon ist in Bayreuth. In diesem Jahr feiert "Steingraeber & Söhne" 200-jähriges Jubiläum. Noch immer ist es in Familienhand – und soll es auch bleiben.

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Von
  • Kristina Kreutzer

Nicht selten ist Klaviermusik zu hören, wenn man durch die Bayreuther Friedrichstraße läuft. Sie kommt aus dem Steingraeberhaus – der Bayreuther Klaviermanufaktur. In den 1820er Jahren beginnt die Geschichte der Pianofortefabrik in Thüringen. Die seit der zweiten Generation in Bayreuth fortgeführt wird. Noch heute ist die Klaviermanufaktur in Familienhand. Aktuell unter der Leitung von Udo Schmidt-Steingraeber.

Ein Jahr für einen Flügel

35 Mitarbeiter sind es in Bayreuth. Sie fertigen jährlich bis zu 140 Instrumente in unzähligen Einzelschritten.

"Wir verarbeiten bei unseren Instrumenten etwa 20.000 Teile. Bei Standardinstrumenten brauchen wir etwa vier Monate für ein schwarz-poliertes aufrechtes Klavier, sechs Monate für einen Klein-Flügel und ein Jahr etwa für einen Konzertflügel." Alexander Kerstan, Betriebsleiter und Klavierbaumeister

Bestellungen kommen aus der ganzen Welt. Von Musik-Liebhabern, aber auch für Konzertsäle und Musikhochschulen. Die Preise variieren, je nach Wunsch. Das kleinste Klavier kostet etwa 27.000 Euro, der Konzertflügel bis zu 180.000 Euro.

Corona: Höhen und Tiefen

In den vergangenen 200 Jahren hatte das Familienunternehmen immer wieder mit Höhen und Tiefen zu kämpfen. 1945 sank die Produktion beispielsweise auf acht Instrumente im Jahr. Gerettet hat die Manufaktur die Fertigung von Radiogehäusen für die Firma Grundig in Fürth. Aktuell sorgt die Corona-Pandemie für Einbußen auf dem ausländischen Markt. Dafür steigt die Nachfrage im Inland.

Blick in die Zukunft: Die siebte Generation steht bereit

Massenproduktion soll es in Bayreuth trotz Konkurrenz nicht geben. Und die Konkurrenz ist vielfältig: Sei es der asiatische Markt oder auch die steigende Nachfrage nach elektronischen Klavieren. Herausforderungen, denen sich die siebte Generation stellen will. Und die steht bereits mit den Geschwistern Alban und Fanny Schmidt-Steingraeber in den Startlöchern. "Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir das zusammen sehr gut schaffen werden", so Alban Schmidt-Steingraeber.

© BR/ Kristina Kreutzer

Nur noch drei Klaviermanufakturen mit dem Stempel "Made in Germany" gibt es. Eine davon ist in Bayreuth. In diesem Jahr feiert "Steingraeber & Söhne" 200-jähriges Jubiläum. Noch immer ist die Firma in Familienhand.

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