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"M - eine Stadt sucht einen Mörder" an der Komischen Oper Berlin | BR24

© Bayern 2

Komponist Moritz Eggert wagt sich an eine Vertonung von Fritz Langs Film-Klassiker von 1931: Eine Jagd durch Berlin auf der Suche nach einem Kindermörder. Vor allem der Kinderchor hat viel zu tun. Nicht alle Zuschauer waren von der Musik begeistert.

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"M - eine Stadt sucht einen Mörder" an der Komischen Oper Berlin

Komponist Moritz Eggert wagt sich an eine Vertonung von Fritz Langs Film-Klassiker von 1931: Eine Jagd durch Berlin auf der Suche nach einem Kindermörder. Vor allem der Kinderchor hat viel zu tun. Nicht alle Zuschauer waren von der Musik begeistert.

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Eine musikalische Reise in den Kopf eines Mörders. Acht Kinder hat er auf dem Gewissen, die ganze Stadt jagt ihn, Polizei, Verbrecher und Bürger. Der Mörder malt zu Beginn das berühmte Hüpfspiel "Himmel und Hölle" mit Kreide auf den Boden, bevor die Kinder auf die Bühne springen. Das Libretto von Moritz Eggerts hundertminütiger Oper gleicht dem Film. Die Spannung aber erzeugt die Musik. Im Film von 1931 wartet die Mutter auf ihre Tochter und ruft immer panischer deren Namen: Elsie.

Kinderchor spielt die Hauptrolle

Es ist ein heikler Stoff. Der Kindermörder, der so harmlos wirkt, bringt den Terror in die Großstadt Berlin. Weil die Razzien der Polizei die Verbrecherkreise stören, jagen ihn sogar die Ganoven und bringen den Mörder schließlich zur Strecke. In Fritz Langs Meisterwerk tritt der Täter zunächst nur als Schatten auf, bei Moritz Eggert und Barrie Kosky ist er die einzige stetig erkennbare Figur auf der Bühne, umrahmt von Kindern in Masken der Bürger oder von Kindern, die toben. Der Kinderchor der Komischen Oper spielt neben dem texanischen Bariton Scott Hendricks die Hauptrolle.

© Monika Rittershaus/Komische Oper Berlin

Kinder in Aktion

Eggert mischt Elemente des Musical, des Jazz, des Rock, der Dreigroschenoper, er zitiert Kurt Weill, Jahrmarkts-Klänge, Philip Glass, Steve Reich und kombiniert eingängige Melodien mit Synthesizern und Sphärenmusik zu einer Sinfonie der Großstadt, aber auch zu einer psychologischen Reise in die Seele eines verirrten Menschen. Eines Mannes, der seine eigenen Abgründe nicht erkennen kann. Der erst weiß, was er getan hat, wenn er den Steckbrief liest. Der aber auch die Macht über die Presse und die Angst der Menschen genießt. Eines Mannes, der Gedichte von Walter Mehring singt wie jenes vom Zeit-Ort, den er vergessen hat. Und der den Mund spitzt.

Überraschende Stil-Vielfalt

Bei Fritz Lang pfeift der Mörder immer eine Sequenz aus der Peer Gynt Suite von Edvard Grieg. Eggert kombiniert Grieg mit Chor und Orchester, bevor eine Zeugin die Melodie erkennt. Eggerts Einakter entzieht sich allen Musiktheater-Schubladen. 15 abendfüllende Opern hat er komponiert, sie überraschen in ihrer Stil-Vielfalt.

© Monika Rittershaus/Komische Oper Berlin

Verfolgt von der Justiz

Die neue Oper, die Mörder-Jagd setzt Regisseur Barrie Kosky in bildstarke Szenen um. Während das Orchester unter der Leitung von Ainars Rubikis gemeinsam mit Sängern des Consort Vocale, einem Tenor und einem Sopran im Orchestergraben die Musik beisteuern, wandelt sich das Bühnengeschehen auf einem schmalen Steg, auf dem die Kinder dem Mörder nicht ausweichen können, und er selbst weder seiner Seelenpein noch seinen Verfolgern entfliehen kann. Mal ziehen sie ihn durch Faltwände und Notausgangstüren, mal sitzen sie unter dem Gestänge.

Schließlich packen ihn die Rachegötter. Die Ganoven haben den Kindermörder erwischt und wollen ihn totschlagen. Er setzt an zur letzten, großen Klage. "M – eine Stadt sucht einen Mörder" beweist, dass moderne Oper nicht anstrengen muss und unterhalten kann. Ein paar Buhrufe für den Komponisten zeigten aber auch, dass dieses Genre übergreifende Klangbild – im Gegensatz zur Rezensentin – nicht jedem Zuhörer gefallen hat.

Wieder am 11. und 24. Mai, sowie am 9., 22. und 26. Juni an der Komischen Oper Berlin.

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