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"Locke & Key" ist eine düstere Abenteuerserie für Fantasyfans | BR24

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Joe Hills Erfolgscomic "Locke & Key" wird bei Netflix zu einer fantasievollen, düsteren Jugendserie übers Erwachsenwerden und das Trauma eines Verlustes. Für Fans von "Stranger Things" und "The Haunting of Hill House" ein Must-See

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"Locke & Key" ist eine düstere Abenteuerserie für Fantasyfans

Joe Hills Erfolgscomic "Locke & Key" wird bei Netflix zu einer fantasievollen, oft düsteren Jugendserie übers Erwachsenwerden und das Trauma eines Verlustes. Für Fans von "Stranger Things" und "The Haunting of Hill House" ein Must-See!

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Eine der ungeschriebenen Regeln im Horrorgenre lautet: Wenn eine Geschichte mit einem Umzug anfängt, dann geht's im neuen Haus ganz sicher nicht mit rechten Dingen zu. Und so kommt es auch in der Netflix-Serie "Locke & Key" wie es kommen muss. Der Umzug von Familie Locke – Mutter Nina, die Brüder Tyler und Bode und ihre Schwester Kinsey – soll ein Neuanfang sein. Aber das ist einfacher gesagt, als getan, denn die Lockes ziehen in das ehemalige Elternhaus von Vater Rendell. Und dessen furchtbare Ermordung haben die Lockes noch lange nicht verarbeitet. Ihr neues Zuhause ist ein riesiges viktorianisches Anwesen, das etwas verspukt aussieht und im Ort nur "Key-Haus" genannt wird. Um das mysteriöse Haus und die Familie der Lockes ranken sich die wildesten Geschichten.

Magische Schlüssel und viele Abenteuer

Die beiden Teenager Kinsey und Tyler sind allerdings erstmal mit sich und ihrer neuen Schule beschäftigt. Nur der kleine Bode merkt schnell, dass irgendwas mit dem Key-Haus nicht stimmt. Er erkundet das ganze Haus auf eigene Faust. Dabei begegnet er beim Brunnen einer seltsamen Frau namens Dodge, die ihn überredet, im Haus nach Schlüsseln zu suchen. Bode findet dann tatsächlich immer mehr Schlüssel mit magischen Kräften. Und natürlich probieren die Locke-Kinder die verschiedenen Schlüssel aus: Ein Schlüssel öffnet Türen an fremde und weitentfernte Orte. Mit einem anderen können sie wortwörtlich in ihren eigenen Kopf steigen und dort Erinnerungen an ihren Vater erneut erleben. Die Schlüssel verpassen allen, in deren Besitz sie gerade sind, besondere Fähigkeiten und können so zu einer gefährlichen Waffe werden. Dodge, die geheimnisvolle und mörderische Brunnen-Frau, hat es genau darauf abgesehen und macht den Lockes das Leben zur Hölle.

Wie im Fantasy-Jugendbuch-Klassiker "Die Chroniken von Narnia" öffnen die Geschwister mit den Schlüsseln Tore zu einer magischen Parallelwelt, die für die Erwachsenen verborgen bleibt. Die Erwachsenen scheinen ihre eigenen magischen Erlebnisse nämlich sofort wieder zu vergessen. "Locke & Key" ist wie ein Puzzle aus verlorenen und verdrängten Erinnerungen, das wir langsam mit Hilfe der Schlüssel zusammensetzen.

Der Tod eines geliebten Menschen ist blanker Horror

Die Welt, die der Autor Joe Hill für seine Comic-Vorlage erdacht hat, ist fantasievoll und voller Wunder. Die Serienmacher*innen Carlton Cuse ("Lost") und Meredith Averill ("The Haunting of Hill House") haben sie mit Hills Hilfe liebevoll zum Leben erweckt. Wie im Comic liegt auch in der Serie über allem eine schwere Melancholie. Die Serie zeigt, wie die Lockes alle auf ihre Weise mit dem Verlust ihres Vaters umgehen – und wie sie das Trauma von seinem grausamen Tod verarbeiten: Tyler und Kinsey sind überzeugt am Mord ihres Vaters Schuld zu sein und ihre Mutter lenkt sich mit Alkohol und Arbeit ab. Es ist ausgerechnet der kleine, naive Bode, der seine Familie – und das Publikum – zurück ins Jetzt holt und mit seinen Kinderaugen die vielen Geheimnisse des Key-Hauses aufspürt. Ihm dabei zu folgen macht sehr viel Spaß – und ist durch die dichte Erzählung in keiner Sekunde langweilig.

"Locke & Key" ist ab dem 07.02.2020 bei Netflix abrufbar.

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