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Liverpool nicht mehr Weltkulturerbe

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    Liverpool ist nicht mehr Weltkulturerbe

    Wegen zu vieler baulicher Eingriffe in der Altstadt wurde Liverpool nun sein Status als UNESCO-Weltkulturerbe entzogen – als erst dritte Stätte überhaupt. Ein Imageverlust mit Vorgeschichte.

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    Von
    • Maximilian Sippenauer

    Liverpool galt im 18. und 19. Jahrhundert als eine der wichtigsten Handelszentren der Welt. Die Hafenstadt war wegweisend für die Entwicklung moderner Docktechnik und brachte Gebäude von beeindruckender Architektur hervor. Etwa das Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute "Royal Liver Building", heute prächtiges Wahrzeichen der Stadt. Alles Gründe, warum die UNESCO 2004 Liverpool als Weltkulturerbe einstufte. Einen Status, den die Stadt seit jetzt wieder verloren hat, wie das zuständige Komitee der UNESCO heute in Fuzhou verkündete.

    Schon länger auf der roten Liste

    So sehe das Komitee den universellen Wert der Stadt durch zahlreiche Bauprojekte gefährdet. Eine Kritik, die nicht neu ist. Schon 2012 stand Liverpool im Begriff, wegen "substantieller" baulicher Eingriffe seinen Welterbe-Status zu verlieren. Anlass damals war das Bauprojekt "Liverpool Waters", das eine grundlegende Umgestaltung des Hafenviertels vorsah. Im Anschluss setzte die UNESCO Liverpool auf die rote Liste für gefährdete Weltkulturerbe.

    Wie das Komitee heute mitteilte, hätten jetzt weitere Infrastrukturprojekte im historischen Hafengebiet sowie der bereits genehmigte Bau eines Fußballstadions am Bramley Moore-Dock dazu geführt, dass Liverpool endgültig von der Liste genommen wird.

    Bestürzung in Liverpool

    In Liverpool reagierte man auf die Entscheidung bestürzt. Bürgermeisterin Joanne Anderson nannte den Beschluss "unbegreiflich". Sie sei zutiefst enttäuscht über diese Entscheidung und kündigte Einspruch an. Die Stadt ist die erst dritte Stätte überhaupt, bei der die UNESCO diese Maßnahme ergreift. Zuletzt traf es 2009 das Dresdner Elbtal. Grund damals: die umstrittene Errichtung der Waldschlösschen-Brücke.

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