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Literaturfest München 2020 findet nicht wie geplant statt | BR24

© Judith Kinitz

Dialog von Lesungen, Tanz, Mode: Das Konzept von Kuratorin Nora Gomringer klang vielversprechend, wegen Corona muss das Festival nun ausfallen.

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    Literaturfest München 2020 findet nicht wie geplant statt

    Das Corona-Virus bremst den Kulturbetrieb weiter aus: Auch das renommierte Münchner Literaturfest im November kann nicht wie geplant stattfinden. Das Programm im Literaturhaus fällt aus, die Münchner Bücherschau hingegen soll durchgeführt werden.

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    Wie am Vormittag bekannt wurde, kann das größte Lesefestival der Landeshauptstadt – geplant war es vom 11. bis 29. November – nicht wie vorgesehen stattfinden. Nach Angaben des Literaturhauses muss das kuratierte Festprogramm forum:autoren komplett entfallen, nicht verzichten will man dagegen auf die Münchner Bücherschau im Gasteig.

    Hygienevorschriften versus Spielräume

    Der Grund: Die geplanten Veranstaltungen mit internationalen Gästen vor großem Publikum ließen sich in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nur sehr eingeschränkt oder überhaupt nicht realisieren. "Das Ziel der bereits gewonnenen Kuratorin Nora Gomringer war, die neu beginnenden 2020er-Jahre mit einem in die Zukunft gerichteten Dialog der Künste zu feiern; sie wollte Literatur mit Musik, Tanz, Mode und neuen Medien verbinden“, so die Geschäftsführerin des Literaturfests München, Tanja Graf. Doch das lässt sich unter den gegebenen Vorschriften nicht machen, bedauert Graf. "Im Moment, und aller Voraussicht nach auch im Herbst, würden die Beschränkungen durch die Hygiene-Konzepte allen Spielraum zunichtemachen." Jetzt hoffe man darauf, dass die Lage im kommenden Jahr anders sein werde, damit Gomringers Ideen eine Chance zur Umsetzung bekommen.

    Münchner Bücherschau findet statt

    In Planung ist weiterhin der zweite große Programmteil des Literaturfests, die Münchner Bücherschau, veranstaltet seit sechs Jahrzehnten vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Michael Then zeigt sich als Vorsitzender des bayerischen Landesverbands entschlossen, die Buchausstellung im Gasteig samt Begleitveranstaltungen durchzuführen. Selbstverständlich würden die Hygienevorschriften beachtet. Möglich mache das die parallel entwickelte "digitale Bücherschau", so Then. Dadurch könne man auch bei geringeren Teilnehmerzahlen vor Ort viele Buch-Interessierte erreichen und die Ausfallrisiken gering halten.

    Anton Biebl, Kulturreferent der Landeshauptstadt München, begrüßt die Initiative für eine analoge und digitale Hybrid-Version der Münchner Bücherschau. Soweit es irgend möglich und verantwortbar sei, könne damit dem Medium Buch in seinen vielen Facetten ein Forum geboten werden – von den Neuerscheinungen des Literaturherbstes bis hin zur Leseförderung für junge Leser*innen. Aber es sei auch richtig, auf größere Veranstaltungen und auf das forum:autoren in diesem Jahr zu verzichten. Die Absage halte auch das Risiko für das Literaturhaus geringer, das ohnehin unter existenzbedrohenden Einnahme-Ausfällen leide, erklärt Biebl. Die Entscheidung sei jetzt als gemeinsame Abwägung darüber gefallen, wie das Kulturreferat seine bestehende Förderung möglichst nachhaltig und verantwortungsbewusst einsetzen kann.

    Das Literaturfest München wird seit 2010 gemeinsam vom Literaturhaus München und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München veranstaltet. Die Münchner Bücherschau ist ein Teil des Festivals, wird aber bereits seit 60 Jahren durchgeführt und ist die größte regionale Buchausstellung im Süddeutschen Raum.

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