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Literatur unter Strom: Schriftstellerkongress in Aschaffenburg | BR24

© Marion Tauschwitz

Schriftstellerin Nina George

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Literatur unter Strom: Schriftstellerkongress in Aschaffenburg

Mit einem Dichterwettstreit im Stadttheater in Aschaffenburg hat der Bundeskongress des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) begonnen. Bis 17. Februar feiert der Verband seinen 50. Geburtstag in der Stadt.

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Getreu dem Motto „Literatur unter Strom“ geht es vor allem um die Herausforderungen sowohl für die Literatur als auch für die Schriftstellerinnen und Schriftsteller im Zeitalter der Digitalisierung. Mottogeberin Nina George vom VS-Bundesvorstand sieht Chancen und Risiken:

"Wir können heute viel schneller recherchieren als früher, im Internet veröffentlichen und Geschichten in anderen Formaten erzählen - für Videos etwa, Twitter-Romane oder für Serien-Häppchen." Nina George, Schriftstellerin

Auch der Schriftsteller Leonhard F. Seidl schildert im Regionalzeit-Gespräch, wie er mit den Herausforderungen der Digitalisierung umgeht.

Appell an die Politik vom VS

Die Bestsellerautorin Nina George spricht von nahezu unbegrenzten Möglichkeiten, sieht aber dennoch mehr Risiken als Chancen durch die Digitalisierung: Der wirtschaftliche Druck nehme immer mehr zu. Große Player verkauften digitalisierte E-Books immer günstiger. Das führe in einen Preisstrudel nach unten. Ganz wichtig sei dabei, was bedeutet noch Eigentum, was bedeutet geistiges Eigentum? Was muss an Kultur zur Verfügung gestellt werden und wie ist der Preis dafür?

"Mein Appell an die kommunalen Gemeinden und an die Politik: Wenn Leseförderung gefördert werden muss oder wenn es E-Book-Produkte günstiger geben soll in Bibliotheken, dann kann es der Staat nicht so schlecht bezahlen wie jetzt!" Nina George, Schriftstellerin

Zukunft der Literatur und des Lesens

Nina George glaubt nicht an das Aussterben des Buches und daran, dass Computer in der Zukunft Bücher schreiben werden. Übersetzungsprogramme könnten einer Übersetzerin oder einem Übersetzer nicht das Wasser reichen. "Diese übersetzen nach Witz, nach Kontext, Andeutung und Humor – da liegt viel mehr drin als nur eine Wortübersetzung. So lange künstliche Intelligenz nicht kognitiv ist und das wird sie nie sein – brauchen wir uns keine Sorgen machen," prognostiziert die Bestsellerautorin. Das Buch werde es immer geben:

"Aber vielleicht werden sich zwei Kasten bilden: Vielleicht wird die gute Literatur gedruckt und die, die schnell zu konsumieren ist, nicht mehr. Vielleicht!" Nina George, Schriftstellerin

Prominente Gäste beim Schriftstellerkongress

Zu Gast in Aschaffenburg sind vom 14.-17. Februar unter anderem die Schriftsteller und Schriftstellerinnen Kerstin Hensel, Uwe Timm und Friedrich Ani, der Poetry-Slam-Meister Jaromir Konecny und die muslimische Slam-Poetin Kübra Böler, Deutschlands erfolgreichste Selfpublisherin Monika Pfundmeier, die ARD-Literaturkritikerin und Literaturlobbyistin Karla Paul, der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst Bernd Sibler sowie zahlreiche weitere Gäste aus Politik und der Buch-Branche.

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Weitere Information zur Verweildauer

© BR

Welche Chancen haben Bücher gegen digitale Medien? Mit dieser Frage hat sich der Bundeskongress des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Aschaffenburg befasst.