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Letztes Mädcheninternat Bayerns: Besser lernen ohne Jungs? | BR24

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Was ist, wenn Mädchen ohne männliche Konkurrenz lernen? Wenn keiner sagt, Mathe kannst du nicht, das verstehen Mädchen nicht? Ein Besuch in einem der letzten Mädcheninternate Bayerns, dem Maria-Ward-Internat in Mindelheim.

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Letztes Mädcheninternat Bayerns: Besser lernen ohne Jungs?

Was ist, wenn Mädchen beim Lernen unter sich sind, ohne männliche Konkurrenz? Wenn keiner sagt, Mathe kannst du nicht, das verstehen Mädchen nicht? Ein Besuch in einem der letzten Mädcheninternate Bayerns, dem Maria-Ward-Internat in Mindelheim.

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Haben Schülerinnen Interesse an Mathe & Co?

20 Mädchen und junge Frauen wohnen im Maria-Ward-Internat in Mindelheim im Unterallgäu. Es ist ein kleines und familiär geführtes Internat. Die Mädchen sind zum Lernen und in ihrer Freizeit unter sich. Doch werden hier auch Kompetenzen gefördert, die eher Jungs zugesprochen werden, zum Beispiel in Mathe? Das Klischee hält sich hartnäckig, dass Mädchen sich schwer tun mit Naturwissenschaften.

"Normalerweise sagt man, dass naturwissenschaftliche Fächer eher Jungssache sind. Aber das hört man in einem Mädcheninternat nicht, weil es einfach keine Jungs gibt. Wenn man sich mit Mathe beschäftigen will, dann wird man da unterstützt." Selina
"Ich war früher in Mathe wirklich schlecht, das war ein Fach, das ich nie gemocht habe. Seitdem ich hier bin und angefangen habe, Nachhilfe zu nehmen, habe ich mich so krass verbessert. Früher war das ein Alptraum für mich." Konjit

Auch wenn die Realität in Mindelheim anders aussieht - Pisa-Ergebnisse aus dem Jahr 2017 bestätigen das Klischee: Versuche, Schülerinnen für Naturwissenschaften zu begeistern, bringen wenig. Denn nicht nur immer weniger Mädchen haben Interesse an Mathematik und Physik, so die Studie, sondern auch ihre männlichen Kollegen. Deshalb wird seit Jahren versucht, auch Schülerinnen für naturwissenschaftliche Fächer zu begeistern und so auch ihre Leistung zu verbessern. Doch auch darauf gibt die Pisa-Studio eine Antwort: Es gelingt nicht.

Mädchen unter sich: Solidarität oder Zickenkrieg?

Die Schülerinnen des Maria-Ward-Internats, alle zwischen 12 und 17 Jahr alt, sind sich einig: Zickenkrieg gibt es keinen. Im Gegenteil: Wenn ein Mädchen Probleme hat, unterstützen und stärken sie die anderen, erzählt Internatsleiterin Christina Ruf.

"Wir sind sehr gute Freunde. Man muss sich für nichts schämen unter Mädchen. Das wäre mit Jungs, glaube ich, anders." Kerstin
"Ich war zuvor auf einer gemischten Schule, aber da könnte ich jetzt nicht mehr hingehen. Ich fühle mich an einer Mädchenschule viel wohler. Man kann sich viel besser konzentrieren." Konjit

Auch mit Konflikten gehen Mädchen anders um als Jungs, sagt Martin Ruf, der Leiter des Internats. Mädchen lösen Konflikte offensiv und verbal, Jungs dagegen körperlich.

Mehr zum Thema "Typisch Frau" am Mittwoch, 22. Mai 2019 in STATIONEN im BR-Fernsehen, oder im Anschluss in der Mediathek.