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Noch auf der Suche nach Lesestoff für die Zeit zwischen den Jahren, oder nach einem passenden Weihnachtsgeschenk? Hier sind ein paar Anregungen: Eine kleine Bücherschau mit den lesenswertesten Neuerscheinungen aus der Oberpfalz und Niederbayern.

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Lesetipps: Neue Bücher aus Niederbayern und der Oberpfalz

Noch auf der Suche nach Lesestoff für die Zeit zwischen den Jahren, oder nach einem passenden Weihnachtsgeschenk? Hier sind ein paar Anregungen: Eine kleine Bücherschau mit den lesenswertesten Neuerscheinungen aus der Oberpfalz und Niederbayern.

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Uli ScherrUli ScherrBR24  RedaktionBR24 Redaktion

An den Flüssen

Ein neues Lesebuch aus dem Viechtacher Lichtung-Verlag widmet sich den Flüssen unserer Heimat. Der kleine, wunderschön aufgemachte Band versammelt Erzählungen und Gedichte von mehr als zwei Dutzend Schriftstellerinnen und Schriftstellern aus der Region: allesamt Liebeserklärungen an die großen und kleinen Wasserläufe, die Niederbayern und die Oberpfalz durchziehen: die Donau, den Regen, die Isar, die Vils oder die Laaber. Mit Beiträgen von Eckhard Henscheid, Hans Göttler, Eva-Maria Fischer, Florian Sendtner und vielen anderen. Beste Heimatliteratur.

Flüsse - Ein Lichtung-Lesebuch. Herausgegeben von Kristina Pöschl und Eva Bauernfeind. Edition Lichtung, 190 Seiten, 20 Euro.

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Die Quelle der Vils bei Vilseck.

Schauergeschichten aus Niederbayern

Reiner Vogel hat fast 40 Jahre lang als Hörfunk-Reporter und -Moderator für den Bayerischen Rundfunk aus Ostbayern berichtet, ein exzellenter Kenner der Region also. In seinem neuen Buch nimmt er seine Leser mit an "dunkle Orte" in Niederbayern. Das kleine Lesebuch versammelt Schauergeschichten von früher und heute: Von der blutigen Bauernschlacht bei Aidenbach oder von den Scharfrichtern von Mitterfels, wo 1847 letztmals in Bayern ein Mensch mit dem Schwert enthauptet wurde. Ein Kapitel widmet sich der Triftsperre an der Ilz im Passauer Stadtteil Hals, um die sich seit jeher Gruselmärchen ranken. Nicht von ungefähr wählte vor zwei Jahren ein selbsternannter Guru mit seinem Gefolge diesen Ort für einen Gruppensuizid.

Der Autor besucht außerdem das Dorf Unholzing im Landkreis Landshut: Dort hat man sich auch nach mehr als 50 Jahren offenbar noch nicht erholt von den Dreharbeiten zum vermeintliche Skandalfilm "Jagdszenen in Niederbayern" – nach dem gleichnamigen Theaterstück von Martin Sperr, das die Hetzjagd auf einen homosexuellen Dorfbewohner schildert. Reiner Vogels dunkle Geschichten aus Niederbayern: ein etwas anderer Reiseführer in die Heimatregion.

Dunkle Geschichten aus Niederbayern, schön & schaurig. Von Reiner Vogel, Wartberg Verlag, 80 Seiten, 12 Euro.

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Bildrechte: picture-alliance/dpa/Armin Weigel

Zu den größten Kunstschätzen des Regensburger Doms zählen die mehr als 1.000 farbig bemalten Glasfenster.

Tausend bunte Fenster

Der Dom St. Peter in Regensburg ist die religiöse Heimat für mehr als eine Million Katholiken in der Oberpfalz und in Niederbayern. Zu den größten Kunstschätzen des gotischen Gotteshauses zählen die mehr als tausend farbig bemalten Glasfenster. Die meisten der Glastafeln stammen aus dem Mittelalter, die jüngsten kamen erst im 20. Jahrhundert dazu.

Das Hauptschiff des Doms ist über 30 Meter hoch. Viele der Motive auf den Glasfenstern sind deshalb vom Boden aus gar nicht zu erkennen. Jetzt kann man erstmals sämtliche Motive in Farbe und vor allem aus der Nähe betrachten: Der ehemalige Diözesankonservator Achim Hubel hat die Aufnahmen für seinen mehr als 400 Seiten starken Bildband "Glasmalereien des Regensburger Doms" zusammengetragen.

Ein so großer Bestand an mittelalterlichen Glasmalereien in einer einzigen Kirche findet sich in Europa heute kaum ein zweites Mal. Dabei sind die meisten dieser Glasbilder wohl vor Ort in Regensburg gefertigt worden. So gewährt der Bildband also auch neue Einblicke in die ruhmreiche Geschichte des heimischen Kunsthandwerks und zeigt, wie innovationsfreudig und modern in den Regensburger Werkstätten schon vor 700 Jahren gearbeitet worden ist.

Die Glasmalereien des Regensburger Doms. Achim Hubel. Verlag Schnell & Steiner, 416 Seiten, 39,95 Euro.

Wenn Frauen grantig sind

Die Kabarettistin Eva Karl Faltermeier ist so etwas wie die Frau der Stunde auf Bayerns Kleinkunstbühnen. Für ihr künstlerisches Schaffen ist die Oberpfälzerin im Herbst mit dem Bayerischen Kabarettpreis in der Kategorie "Senkrechtstarterin" ausgezeichnet worden. Der Titel ist irreführend, denn Eva Karl Faltermeier ist bereits seit Jahren auf vielfältige Weise und erfolgreich in der bayerischen Kulturszene präsent: unter anderem als Journalistin, Bloggerin und Musikerin.

Für die Sendung "Notizbuch" im Programm von Bayern2 verfasst sie seit dem Jahr 2018 in unregelmäßigen Abständen eine Kolumne mit dem Titel "Der emanzipatorische Grant". Dabei analysiert sie Alltagssituationen und -umstände, die frau grantig werden lassen können – im Zusammenhang mit der Partnerschaft, der Kindererziehung, dem Berufsleben oder dem eigenen Körper. Die besten ihrer Kolumnen und weitere Texte zum Thema hat sie jetzt in ihrem ersten Buch "Der Grant der Frau" versammelt.

Hier geht es zu Eva Karl Faltermeiers Notizbuch-Kolumne

Wenn Eva Karl Faltermeier auf der Kabarettbühne eher auf die schnelle, kräftige Pointe setzt, dann schlägt sie hier einen ganz anderen Ton an: immer noch ironisch, aber oft leise, und manchmal eher melancholisch als witzig. Tiefgründiger Lesestoff aus der Oberpfalz für Sie und Ihn.

Der Grant der Frau - Geschichten einer unterschätzten Emotion. Von Eva Karl Faltermeier. Battenberg-Gietl Verlag, 190 Seiten, 14,90 Euro.

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Der Quarzfelsen von Pleystein - ein Glücksort in der Oberpfalz

Glücksorte in der Oberpfalz

Das wildromantische Waldnaabtal, der spektakuläre Rosenquarzfelsen von Pleystein, das Kulzer Moos bei Thanstein, wo Archäologen Stonehenge nachzubauen versuchten, oder die Burgruine Leuchtenberg - das Mekka der Oberpfälzer Freilichttheaterszene: Geht es nach Stefanie Stoltenberg, dann sind das vier von insgesamt 80 "Glücksorten in der Oberpfalz", die die Autorin für ihr neues Buch zusammengetragen hat. Glücksorte, das sind für die Autorin Berggipfel, Flusstäler, Baudenkmäler, Museen, aber auch Manufakturen, die besondere Spezialitäten produzieren.

Wer in der Region bereits heimisch ist, der wird in diesem Buch wenig Überraschendes finden. Und doch ist diese Sammlung von "Glücksorten" eine schöne Inspiration für den nächsten Familienausflug.

Glücksorte in der Oberpfalz. Von Stefanie Stoltenberg, Droste Verlag, 168 Seiten, 14,99 Euro.

Lesen, kochen, essen und genießen

Wie eine edle Marzipanrose den Zahnarztbesuch versüßen kann? Wie ein deftiger Bröselschmarrn dem ersten Rendezvous zum Erfolg verhilft? Oder wie eine Tomatensuppe ein Leben rettet? Antworten auf diese und andere Fragen gibt das Lesebuch "Genussvolles Ostbayern". Die Mitglieder des Verbandes Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben Anekdoten, aber vor allem Rezepte aus Niederbayern und der Oberpfalz zu diesem Koch- und Lesebuch beigesteuert.

Genussvolles Ostbayern. Verband Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (Hg.), Südost Verlag, 208 Seiten, 19,90 Euro.

Regensburg – Gestern/Heute

Die Fotografin Bianca Wohlleben-Seitz und der Journalist Reiner Vogel haben das Bildarchiv der Stadt Regensburg nach außergewöhnlichen und für ihre Zeit exemplarischen Stadtansichten ihrer Heimatstadt durchgesehen. In ihrem neuen Buch stellen sie diesen historischen Aufnahmen aus den vergangenen 120 Jahren Bilder von heute gegenüber – aufgenommen aus der gleichen Perspektive wie die historische Vorlage. Die überraschende Erkenntnis beim Betrachten dieses schönen Bilderbuchs: So sehr sich die Stadt an manchen Stellen im Laufe des 20. Jahrhunderts verändert hat, an vielen Orten in Regenburg scheint die Zeit still zu stehen.

Regensburg Gestern Heute, von Reiner Vogel und Bianca Wohlleben-Seitz. Wartberg Verlag, 72 Seiten, 16,90 Euro.

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