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Legendärer Sänger, Pianist und Grammy-Sammler: Dr. John ist tot | BR24

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Der Musiker Dr. John

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Legendärer Sänger, Pianist und Grammy-Sammler: Dr. John ist tot

Mit seiner Mischung aus verschiedenen Musikstilen wurde Dr. John weltberühmt. Sechsmal gewann er einen Grammy. Zu seiner Heimatstadt New Orleans hatte er Zeit seines Lebens eine tiefe Bindung. Jetzt ist Dr. John im Alter von 77 Jahren gestorben.

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Der einflussreiche Sänger und Grammy-Gewinner Dr. John ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Er sei am frühen Donnerstagmorgen einem Herzinfarkt erlegen, teilte seine Familie über den offiziellen Twitter-Account von Dr. John mit. Seine Familie betonte in ihrer Stellungnahme Dr. Johns tiefe Verbundenheit zur Stadt New Orleans. Details zur Beerdigung würden bald bekanntgegeben.

Der US-Musiker Joe Bonamassa schrieb auf Twitter: "Einer der Größten aller Zeiten und ein echtes Genie und ein Gentleman." Von US-Moderatorin Ellen DeGeneres hieß es: "Es gab keinen zweiten Künstler wie Dr. John und es wird nie einen geben. Heute ist mein Herz in New Orleans."

Der Sänger, Pianist und Produzent wurde für seine Mischung aus verschiedenen Musikstilen wie Blues, Pop, Jazz oder Rock berühmt. 1968 erschien sein Debütalbum "Gris-Gris", im Laufe seines Lebens veröffentlichte er Dutzende weitere Studio- und Live-Alben. Seine wohl berühmteste Single "Right Place, Wrong Time" schaffte es 1973 in die Top-Ten der amerikanischen Charts. Dr. John gewann insgesamt sechs Grammys, außerdem wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Dr. John wurde im November 1941 in New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana geboren, unter dem bürgerlichen Namen Malcolm John Rebennack. Zu seiner Heimatstadt hatte er Zeit seines Lebens eine enge Verbindung. Er blieb dort wohnen und auch in seinen Songtexten thematisierte er häufig das Leben in seiner Lieblingsstadt. Nur einmal musste er wegziehen: während der Flut im Jahr 2005. Die Katastrophe und ihre Folgen verarbeitete er auf dem Album "City That Care Forgot", dessen Einnahmen gleichzeitig für den Wiederaufbau gespendet wurden.

Am liebsten wäre er auf der Bühne gestorben

Auch Voodoo und okkulte Mystik spielten in seiner Musik eine große Rolle. Abseits der Bühne kämpfte er mit Drogenproblemen, die ihn in jungen Jahren für einige Monate ins Gefängnis brachten. Bei einer Schießerei Anfang der 60er-Jahre verlor er einen Teil seines linken Ringfingers.

Trotz dieser Schicksalsschläge machte der Musiker in seinen letzten Lebensjahren oft einen entspannten Eindruck. In einem Interview erzählte er einst über den Tod, es wäre ihm am liebsten, wenn er auf der Bühne sterbe. Dann würde die Band ihr Geld bekommen, müsste aber keine Zugaben spielen.

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