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Laubhüttenfest: Schulkinder entdecken jüdische Bräuche | BR24

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Heute beginnt das jüdische Laubhüttenfest Sukkot. Traditionell hat jede jüdische Familie eine Laubhütte im Garten, manche auf dem Balkon. Wer keinen Platz hat, besucht die vor der Synagoge in der jüdischen Gemeinde. So auch Augsburger Grundschüler...

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Laubhüttenfest: Schulkinder entdecken jüdische Bräuche

Heute Abend beginnt das Sukkot, das einwöchige jüdische Laubhüttenfest. Schüler und Schülerinnen der Elias-Holl-Grundschule in Augsburg haben sich in der Synagoge und dem jüdischen Museum die Vorbereitungen angesehen.

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Von
  • Nabila Abdel Aziz

"Die Israeliten sind vom Pharao geflüchtet und hatten keine Häuser und Zelte. Deswegen haben sie sich Laubhütten gebaut." So viel weiß Luca über die Hintergründe zum Laubhüttenfest, hebräisch Sukkot. Bis vor kurzem wusste der Viertklässler von der Elias-Holl-Grundschule in Augsburg noch gar nichts über das Judentum.

Bevor er und andere Kinder die Synagoge besuchten, bekam die Klasse Besuch vom Museumspädagogen Frank Schillinger vom Jüdischen Museum Augsburg. Zusammen haben sie über das Laubhüttenfest gesprochen, das der Wüstenwanderung der Israeliten auf der Flucht aus Ägypten gedenkt - und dann Bilder von Laubhütten gemalt. "Ich bin jedes Mal wieder überrascht, was in 90 Minuten entsteht", sagt Schillinger.

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Und nun der Gegenbesuch im jüdischen Museum. Im Innenhof steht eine Laubhütte, eine Sukka, aufgebaut für die israelitische Kultusgemeinde Augsburg. "Man braucht drei freistehende Seiten und ein Dach, das nicht dicht ist", erklärt Frank Schillinger. "Man muss den Sternenhimmel sehen können, und es muss mehr Schatten werfen als Sonne durchkommen darf."

Soweit die Theorie. Bis jetzt besteht die Sukka nur aus einem Zelt mit grünen Planen. Laub ist weit und breit noch nicht zu sehen. Nur Geduld, sagt Sveltana Salmanson. Sie ist Gemeindemitglied und beginnt vor den Kindern damit, die Laubhütte zu schmücken. "Dass man die Sterne am Abend sieht, hat Bedeutung", erklärt sie. "Juden sagen, Gott schützt uns auch in nicht festen Gebäuden ohne Steine."

"Wenn wir auf die Laubhütten blicken ist uns ganz wichtig, dass man da nicht auf etwas Exotisches schaut, sondern auf etwas, das ein Teil der Augsburger Gesellschaft ist." Frank Schillinger

Bei den Kindern kommt das gut an – besonders auch, weil sie kreativ werden und ihre Bilder im Museum ausstellen dürfen. Sukkot ist auch eine Art Ernte-Dank-Fest: Heute Abend, zum Schabbat, beginnt das jüdische Laubhüttenfest – es dauert sieben Tage.