BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Lars Eidinger wird der neue Salzburger "Jedermann" | BR24

© Britta Pedersen/dpa

Lars Eidinger

Per Mail sharen

    Lars Eidinger wird der neue Salzburger "Jedermann"

    Eine neue Inszenierung wird es 2021 nicht geben, wohl aber einen neuen Hauptdarsteller: Der Schauspieler Lars Eidinger wird bei den Salzburger Festspielen die prominenteste Rolle übernehmen. Ihm zur Seite steht Verena Altenberger als "Buhlschaft".

    Per Mail sharen
    Von
    • Peter Jungblut

    Noch kann niemand genau sagen, ob und wie die Salzburger Festspiele 2021 stattfinden werden. Doch wer im Fall des Falles auf dem Domplatz den "Jedermann" geben wird, steht jetzt fest. Mit Lars Eidinger haben die Verantwortlichen abermals einen Star verpflichtet, der auf der Bühne wie in Film und Fernsehen glänzt. Eidinger, so die Festspiele, werde der Titelfigur im Spiel vom "Leben und Sterben des reichen Mannes" mit seiner "Komplexität" ein eigenes Profil geben: "direkt, radikal, liebenswürdig, charmant, verführerisch gewinnend". Der Schauspieler wird als "unglaublich vielschichtig" bezeichnet und nebenbei wird auch seine Tätigkeit als Fotograf gewürdigt. Eidinger sorgt regelmäßig an der Berliner Schaubühne für Aufsehen, wo er bereits als Hamlet, Peer Gynt und Richard III. zu erleben war.

    "Ich hatte insgeheim immer gehofft, irgendwann für die Rolle des Jedermann angefragt zu werden", so Eidinger, "und die Tatsache, dass ich mich damit nun in die Ahnengalerie der größten deutschsprachigen Theaterschauspieler einreihe, ist eine große Ehre, die mir zuteil wird. Ich bin dafür sehr dankbar. Es ist ein Lebenstraum, der in Erfüllung geht." Als Vorbild nannte Eidinger in dieser Rolle Gert Voss, der von 1995 bis 1998 in Salzburg den "Jedermann" gab: "Er hatte eine ungeheure Kraft im Ausdruck, etwas von dem man glaubte, es sei unerschöpflich. Immer hatte man das Gefühl, so intensiv und kraftvoll seine Darstellung auch war, man bekomme dabei nur die Spitze des Eisbergs zu sehen. Und er hatte, so wie ein Musiker über das perfekte Gehör verfügen kann, das absolute Gespür für das Verhältnis von Aufwand und Wirkung. Das verlieh ihm seine unbedingte Glaubwürdigkeit."

    Erster weiblicher Teufel

    Als "Buhlschaft" wird die Salzburgerin Verena Altenberger verpflichtet, eine Schauspielerin, die mit Eidinger bereits gemeinsam für "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" vor der Kamera stand. Sie will nach eigenen Worten die Rolle modern interpretieren: "Mich interessiert das emanzipatorische Erwachen dieser jungen Frau. Ich meine, da ist eine Frau, die ihren Partner liebt, oder zumindest das empfindet, was sie als Liebe bezeichnet. Und dann merkt diese Frau – Hoppla – meine Liebe reicht anscheinend nicht bis in die Unendlichkeit. Ist es dann Liebe?"

    Wie bei den Festspielen üblich, kommen im nächsten Sommer viele weitere Stars vor dem Dom zum Einsatz, darunter Edith Clever, die als "Tod" zu sehen sein wird, und Angela Winkler, die als "Jedermanns Mutter" besetzt ist. Den Teufel wird Burg-Schauspielerin Mavie Hörbiger geben, eine Enkelin von Paul Hörbiger. Nach Aussage der Festspiele wird der Höllenfürst damit zum ersten Mal weiblich sein.

    Verpassen war gestern, der BR Kultur-Newsletter ist heute: Einmal die Woche mit Kultur-Sendungen und -Podcasts, aktuellen Debatten und großen Kulturdokumentationen. Hier geht's zur Anmeldung!

    Die BR KulturBühne – ein Platz für Konzerte, Events, Debatten und auch großes Vergnügen. Hier geht's lang