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Rettet der Freistaat das Landestheater Niederbayern? | BR24

© BR/Kathrin Unverdorben

Bayerns Kunstminister Bernd Sibler will sich für die Sanierung des Landshuter Stadttheaters stark machen. Dem droht nämlich das Aus, denn die Stadt Landshut hat kein Geld dafür.

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Rettet der Freistaat das Landestheater Niederbayern?

Wird Landshut doch noch in absehbarer Zeit einen Theaterneubau erhalten? Kunstminister Bernd Sibler versprach bei einem Besuch Unterstützung für die klamme Stadt. Ohne weitere Staatshilfe droht ein Planungsstopp und dem Theater das baldige Aus.

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Der begeisterte Applaus des Publikums war Kunstminister Bernd Sibler in Landshut sicher, zumal er nach eigener Aussage "seinen einzigen freien Abend" der "kommenden Monate" für diesen Krisen-Besuch geopfert hatte. Auf dem Spielplan stand die Premiere von "Amadeus", ein Stück über die Intrigen eines neiderfüllten Konkurrenten gegen Wolfgang Amadeus Mozart.

An undurchsichtigen Entscheidungen herrscht auch in der Kommunalpolitik derzeit kein Mangel. So, wie es aussieht, muss die Stadt Landshut ihre ehrgeizigen Sanierungspläne urplötzlich auf Eis legen und die laufenden Planungen für einen repräsentativen Theater-Neubau an der Isar auf Jahre hinaus stoppen.

Angeblich waren die Haushaltsprobleme nicht vorhersehbar. Das würde bedeuten, dass das Theater mindestens fünfzehn Jahre im Ausweichquartier spielen müsste, einem maroden Zelt am Messepark, wo sich angeblich Ratten tummeln, Lärmprobleme bestehen und die Kanalisation nicht richtig funktioniert. Außerdem ist das Dach bereits undicht. Die Theatermacher bezweifeln, ob sie unter diesen Umständen durchhalten können.

"Sehr emotionale" Begegnung

Kunstminister Bernd Sibler erreichten die Meldungen über die Finanzkrise auf einer Dienstreise in Israel. Die ganze Delegation sei "in Unruhe geraten", so der Minister, darunter 19 Vertreter bayerischer Hochschulen.

Bei einem als "informell" bezeichneten Treffen zwischen Sibler, dem Landshuter Oberbürgermeister Putz sowie Vertretern des Landshuter Stadtrates einerseits und dem Ensemble des Landestheaters und dem Vorstand der Theaterfreunde andererseits schilderten die Künstler einer Pressemitteilung zufolge kurz vor der Premieren-Vorstellung, was die Nachricht aus dem Landshuter Stadtrat für sie und das Landshuter Publikum bedeute. Eine halbe Stunde soll es "teils sehr emotional" zugegangen sein, insbesondere, was es "täglich heiße, in einem provisorischen Zelt proben und spielen zu müssen".

© Konrad Krukowski/Landestheater Niederbayern

Informelle Gespräche in Landshut

Wie viel stemmt der Freistaat?

Unter dem Titel "Nein zum Aus für das Landestheater Niederbayern! Ja zur Sanierung!" startete das Landestheater eine Online-Petition. Sibler zeigte sich beeindruckt davon, wie die Landshuter für ihr Theater kämpften und kündigte für kommende Woche ein Gespräch zwischen ihm, dem Landshuter Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier und dem bayerischen Finanzminister Albert Füracker an, in dem die Möglichkeiten weiterer Unterstützung für die Stadt Landshut bei der Umsetzung der Theatersanierung ausgelotet werden sollen.

Es geht um insgesamt 43 Millionen Euro, von denen der Freistaat etwa 75 Prozent schultert. Aktuell geht es also um den Restbetrag, den Landshut nicht stemmen kann. Sibler verwies darauf, dass der Staatszuschuss für den laufenden Betrieb durch sein Engagement für 2019 um 100.000 Euro auf insgesamt 2,7 Millionen erhöht wurde. Bis es eine Lösung des aktuellen Finanzproblems gebe, werde es vermutlich noch dauern, so der Minister.