BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Kunstausstellung: Der Corona-Lockdown in kleinen Zeichnungen | BR24

© BR

Eine Mathematikerin hat im Lockdown ihre alte Leidenschaft wiederentdeckt und gezeichnet. Entstanden ist ein Lockdown-Tagebuch, in dem kleine gezeichnete Männchen abbilden, was im April dieses Jahres los war.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Bildergalerie
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Kunstausstellung: Der Corona-Lockdown in kleinen Zeichnungen

Eine Mathematikerin hat im Lockdown ihre alte Leidenschaft wiederentdeckt und gezeichnet. Entstanden ist ein Corona-Tagebuch, in dem kleine Männchen abbilden, was in diesem Jahr los war. Jetzt werden die Bilder auf Schloss Neuburg ausgestellt.

Per Mail sharen
Von
  • Katharina Häringer
  • BR24 Redaktion

Als im Frühjahr die Ausgangsbeschränkungen angeordnet werden, müssen Julia Hölzl-Umminger und ihr Mann ins Home-Office. Ihre zwei kleinen Kinder betreuen sie parallel dazu. Eine stressige Zeit, in der die Mathematikerin einen Ausgleich sucht und zu Buntstiften greift. "Ich habe mir gedacht, jetzt darf jeden Tag ein Männchen auftreten und habe jeden Tag ein Bild gemalt", erzählt die 38-Jährige. Nun werden die kleinen Zeichnungen auf Schloss Neuburg im Landkreis Passau ausgestellt.

An Tag 37 kommt die Maske ins Spiel

Ihre Männchen sind kleine, reduzierte Figuren, mit nur wenigen Strichen gezeichnet. Sie wirken wie Karikaturen. Auf einem Bild tragen die Figuren beispielsweise Toilettenpapier tanzend durch die Gegend. Auf einem anderen Bild machen sie Hausmusik. Die Zeichnungen dokumentieren, was an welchem Tag im April dieses Jahres geschehen ist. An Tag 37 treten die Männchen erstmals mit Maske auf. Der Mund-Nasen-Schutz wird zur Pflicht.

Vom Netz ins Analoge

Julia Hölzl-Umminger fotografiert die Bilder, verschickt sie auf WhatsApp, postet sie auf Instagram - und plötzlich entsteht eine eigene Dynamik. "Ich habe richtig gemerkt, wie Freunde und Familie jeden Tag schon darauf gewartet haben, dass wieder ein Bild kommt. Und so sind es 45 geworden", schildert Hölzl-Umminger. Über WhatsApp landen die Bilder auch bei Christian Eberle, Kulturreferent im Landkreis Passau. Er entwickelt die Idee, die Zeichnungen in der Landkreisgalerie auf Schloss Neuburg auszustellen. Eberle lässt ein drei Meter großes Corona-Virus-Modell bauen und die kleinen Zeichnungen an die großen Zacken des Virus montieren.

© BR/Katharina Häringer

Julia Hölzl-Ummingers Männchen sind kleine, reduzierte Figuren. Jede Zeichnung repräsentiert einen Tag des Lockdowns.

© BR/Katharina Häringer

An Tag 26 tanzen die Männchen zum Beispiel mit Toilettenpapier durch die Gegend.

© BR/Katharina Häringer

An Tag 37 des Lockdowns gilt die Maskenpflicht. Die Männchen "sind vorbereitet".

© BR/Katharina Häringer

Auch typische Home-Office- oder Video-Telefonie-Szenen sind zu sehen.

© BR/Katharina Häringer

Die kleinen Zeichnungen sind jetzt in einer Ausstellung auf Schloss Neuburg zu sehen - angebracht an einem Modell des Corona-Virus.

Wenn ein Lockdown kommen sollte: Zeichnungen gehen weiter

Julia Hölzl-Umminger hofft natürlich, dass es nicht nochmal so strikte Ausgangsbeschränkungen geben wird. Sollte es aber doch so kommen, ist sie bereit: "Ich würde noch einmal anfangen zu malen. Weil ich gemerkt habe, dass es mir und den Menschen, mit denen ich es teile, gut tut. Mir wäre es aber lieber, wenn ich ein Bild malen könnte, wenn es vorbei ist. Dann gibt es auf jeden Fall ein ganz großes Feierbild."

Benefiz-Aktion an Ausstellung gekoppelt

Die Landkreisgalerie auf Schloss Neuburg ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die gezeichneten Männchen kann man sich auch auf T-Shirts in allen Größen drucken lassen. Der Erlös geht an die Kinderhilfe Holzland.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmel