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Kunstareal München soll "groß, aber nicht großspurig" werden | BR24

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Kunstareal München: Museum Brandhorst

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    Kunstareal München soll "groß, aber nicht großspurig" werden

    Alle warten dringend auf mehr Platz: Die Ausstellungsmacher, die Museums-Pädagogen, die Verwalter. Trotzdem geht an der Pinakothek der Moderne seit Jahren nichts voran: Jetzt machte die zuständige Stiftung den Weg frei für "einen großen Wurf".

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    Das renommierte Kunstareal in München in unmittelbarer Nähe des Königsplatzes soll erweitert werden, um mehr Platz zu schaffen für Ausstellungen, Depots und Verwaltungsräume - doch es gibt seit Jahren heftige Diskussionen darüber, nicht zuletzt über die Kosten und mit dem Architekten der "Pinakothek der Moderne", Stephan Braunfels. Jetzt kaufte ihm die zuständige Stiftung die Nutzungsrechte für den zweiten, bisher nicht realisierten Bauabschnitt ab. Damit, so Schirmherr Franz Herzog von Bayern, könnten ab sofort alle weiteren Schritte "unabhängig von den Plänen" des Architekten angegangen werden: "Jetzt können wir darüber nachdenken, wie ein Museum der Zukunft aussehen soll und was es da alles braucht." Vor allem die Staatliche Graphische Sammlung leidet seit langem unter akuter Raumnot, aber auch das Architekturmuseum und die Sammlung Moderne Kunst warten händeringend auf zusätzliche Räumlichkeiten. Dasselbe gilt für die Museumspädagogik.

    "Es muss ein großer Wurf werden"

    Noch im September 2009 hatte der damalige bayerische Kunstminister Hans Zehetmair versprochen, der Braunfels-Entwurf für den zweiten Bauabschnitt der Pinakothek der Moderne werde umgesetzt, es müsse nur noch "der Architektenvertrag" unterschrieben werden. Danach liefen die Kosten für das benachbarte, neu errichtete Museum Brandhorst aus dem Ruder, plötzlich war von "Sparzwängen" die Rede. Damals hieß es, es seien für beide Projekte nur 50 Millionen Euro eingeplant, doch fast der gesamte Betrag musste für die Sammlung Brandhorst allein aufgewendet werden.

    Franz Herzog von Bayern, Oberhaupt des Hauses Wittelsbach, schwebt rund um das markante Gebäude ein Kunstcampus von Weltrang vor. "Es muss ein großer Wurf werden, das ist ganz, ganz wichtig», forderte er. "Wir müssen da groß denken, aber nicht großspurig."

    Bauarbeiten erst in den 2020er Jahren

    Die Pinakothek der Moderne wurde 2002 eröffnet und beherbergt vier Museen für moderne Kunst, Grafik, Architektur und Design. Mit Braunfels gab es öfter Auseinandersetzungen, unter anderem hatte er den Kostenrahmen für das staatliche Museum als zu niedrig empfunden. Egal, wer den Erweiterungsbau verantwortet, ein Beginn der Arbeiten sei erst in den 2020er Jahren denkbar, sagte Kunstminister Bernd Sibler (CSU).

    Im Kunstareal befinden sich neben Museen wie den Pinakotheken auch das Museum Brandhorst, die Glyptothek am Königsplatz, die Hochschule für Fernsehen und Film sowie universitäre Einrichtungen.