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"Kunst an sich" – der Mensch wird zur Ausstellungsfläche | BR24

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Die Stadt München fördert als erste Kommune in Deutschland Crowdfunding-Projekte von Kulturschaffenden. Eines davon unterstützt Künstler direkt und bringt die Kunst aufs T-Shirt.

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"Kunst an sich" – der Mensch wird zur Ausstellungsfläche

Zwei Münchner wollen Kunst wieder sichtbarer machen. Ihr Projekt "Kunst an sich" wird von der Münchner Kreativwirtschaft gefördert. Die Idee: Wenn die Museen Corona-bedingt geschlossen sind, kann doch der Mensch die Kunst auf dem T-Shirt tragen.

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Von
  • Eva Frisch

Fabian Vogl steht in seinem Atelier im Münchner Künstlerhof. Vor ihm kleine Beton-Kegel die er übereinander stapelt. Am Ende befestigt der Aktionskünstler ein Absperrband an der Spitze der kleinen Skulptur. Arbeiten im Atelier, das war im November so eigentlich nicht geplant.

Stattdessen wollte er in Australien eine seiner Passivbaustellen installieren, der einzige Kontinent der ihm dafür noch fehlte. Aber das Reisen fällt aus. Die Museen sind zu, die Galerien nur teilweise offen. "Da muss man jetzt schauen, dass man andere Sachen findet. Aber man muss da auch positiv rangehen", sagt Vogl.

Kunstwerke landen auf T-Shirts

Aufgeben ist keine Option für den 42-jährigen. Neue Ideen müssen her. Und eine davon hatten Madalena Soares und Dieter von Bröckel. Ihr Projekt "Kunst an sich", will die Kunst wieder sichtbar machen und Künstler wie Fabian Vogl direkt unterstützen. Die Idee: wenn die Museen zu haben, wird am besten der Mensch selbst zur Ausstellungsfläche. Die Kunstwerke landen einfach auf T-Shirts.

So kommt jetzt eine von Fabian Vogls kleinen Skulpturen ganz groß raus. Seinen Brezenmann, den er in seiner Serie "Mitternachtsskulpturen" aus Salzbrezen schuf, gibt es jetzt auch zum Anziehen. "Normalerweise bezahlt man ja Eintritt ins Museum. Und hier kann man mit einer Art Eintritt das T-Shirt kaufen und unterstützt den Künstler direkt", so Dieter von Bröckel.

München unterstützt kreative Crowdfunding-Projekte

Damit die Idee zum Geschäft wird, haben die beiden ein Crowdfunding gestartet und hoffen, dass "Kunst an sich" viele Fans findet. Den Projektstart förderte die Münchner Kreativwirtschaft, die schon über 100 kreativen Ideen 2020 in die Spur half.

Die Landeshauptstadt unterstützte als erste Kommune deutschlandweit Kulturschaffende bei Crowdfunding-Projekten. Gerade in der Pandemie werde dieses Angebot sehr gut angenommen, sagt Britta Buck von der Münchner Kreativwirtschaft. Es gebe gerade jetzt ein großes kreatives Potential und eine hohe Innovationskraft. Allein bis Oktober haben sich die so unterstützten Projekte im Vergleich zu 2019 vervierfacht.

"Wir kriegen viele Anfragen von Künstlern"

Madalena Soares und Dieter von Bröckel haben ihr erstes Finanzierungsziel über die Crowdfunding-Plattform "Startnext" schon erreicht. Bis zum 6. Dezember wollen sie das zweite schaffen. "Wir kriegen viele Anfragen von Künstlern die mitmachen wollen", so Madalena Soares. "Deshalb ist es wichtig, dass wir anfangen können, dass wir eine große Plattform schaffen. Damit wir Künstler unterstützen können."

Fabian Vogl war sofort dabei, denn hier stünden die Werke der Künstler im Fokus. "Normalerweise zeigt man die in Museen, in Galerien. Und jetzt wird der Mensch zur wandelnden Ausstellungsfläche. Und das ist natürlich eine tolle Idee." Vogls Brezenmann und die Werke von zwölf weiteren Künstlerinnen und Künstlern sind jetzt schon auf fair produzierten T-Shirts verewigt und im Netz zu haben.

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