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Das "ensemble KONTRASTE" hat den Großen Kulturpreis der Stadt Nürnberg erhalten. Bei der Preisverleihung fanden die Musiker deutliche Worte für die prekäre Situation der Kunst- und Kulturschaffenden in Zeiten der Corona-Krise.

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Kulturpreise der Stadt Nürnberg: "Uns geht langsam die Luft aus"

Die Kulturpreisträger der Stadt Nürnberg machen bei der Preisverleihung auf die prekäre Lage der Kunst- und Kulturschaffenden aufmerksam. Der Teil-Lockdown trifft die Künstler hart.

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Von
  • Tina Wenzel

"Uns geht langsam die Luft aus", sagen die Musiker des "ensemble KONTRASTE", die den Großen Kulturpreis der Stadt Nürnberg erhalten haben, bei der Aufzeichnung der Preisverleihung. Wegen der Corona-Krise wurden die Auftritte der Künstler sowie die Verleihung ohne Publikum aufgenommen. Am Abend wird die Veranstaltung online ausgestrahlt.

Teil-Lockdown: Eine Katastrophe für Künstler

"Die Erschöpfung ist groß. Es ist auch Wut dabei", sagt Anke Trautmann vom "ensemble KONTRASTE". Während des ersten Lockdowns haben die Künstler sich gegenseitig motiviert und neue Auftrittskonzepte entwickelt. Mit dem Teil-Lockdown wurde allen Kunst- und Kulturschaffenden jedoch wieder der Hahn abgedreht. "Für uns ist es eine Katastrophe", so Trautmann. Ein bisschen Hoffnung in dieser Zeit gebe der Kulturpreis der Stadt, so die Musikerin.

Schwierige Situation gerade im Winter

Die Situation der Kunst- und Kulturschaffenden wird sich im Winter weiter zuspitzen, sagt Nürnbergs Kulturbürgermeisterin Julia Lehner (CSU) nach der Aufzeichnung der Preisverleihung. Anders als im Sommer, als kleine Open-Air-Auftritte möglich waren, stehen die Künstler nun vor großen Herausforderungen, wenn in geschlossenen Räumen kein Kunstbetrieb stattfinden kann, so Lehner weiter. "Es wird eine sehr schwierige Zeit", betont die Kulturbürgermeisterin.

Kontrastreiches musikalisches Programm

Übers Aufgeben hatte das "ensemle KONTRASTE" schon nachgedacht, sagt Anke Trautmann. Doch die Musiker und Musikerinnen des Ensembles, das bereits seit 1990 besteht, wollen weiter kämpfen. Das Ensemble arbeitet mit Theatergruppen zusammen, untermalt Stummfilmklassiker und begleitet Videokünstler sowie Maler bei ihren Aktionen und Literaten bei ihren Lesungen.

"Der spartenübergreifende Ansatz und die Experimentierfreude machen das "ensemble KONTRASTE" zu einem besonderen Akteur im Kulturleben, der nicht nur die etablierten Kreise anspricht, sondern Kultur auch an neue Zielgruppen und ungewohnte Orte trägt", heißt es in der Begründung für den Großen Kulturpreis der Stadt Nürnberg. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Weitere Auszeichnungen

Neben dem "ensemble KONTRASTE" erhalten fünf weitere Künstler und Einrichtungen aus unterschiedlichen Sparten Kunstpreise in Höhe von jeweils 5.000 Euro: die Tänzerin, Choreografin und Performancekünstlerin Barbara Bess, der Songwriter und Musiker Jan Bratenstein, der Literat Philip Krömer, der Verein "kunstbunker – Forum für zeitgenössische Kunst" sowie "Edel Extra – Verein zur Förderung ästhetischer Prozesse e.V.".

© BR/Christine Weirauch
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Das "ensemble KONTRASTE" hat den Großen Kulturpreis der Stadt Nürnberg erhalten. Bei der Preisverleihung fanden die Musiker deutliche Worte für die prekäre Situation der Kunst- und Kulturschaffenden in Zeiten der Corona-Krise.

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