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Kulturhauptstadt 2025: Welchen Nutzen hat die Region Nürnberg? | BR24

© picture alliance/Helmut Meyer zur Capellen

Kultur in Nürnberg

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    Kulturhauptstadt 2025: Welchen Nutzen hat die Region Nürnberg?

    Sollte Nürnberg 2025 Kulturhauptstadt werden, wird der Glanz auch auf die Metropolregion abstrahlen. Deshalb unterstützt die gesamte Region die Bewerbung. Was geplant ist, was es kostet und wer dabei ist: Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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    Die Einbindung der Region ist ein zentraler Punkt der Nürnberger Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025. Und sie gilt als Alleinstellungsmerkmal im Wettstreit mit den Konkurrenten Chemnitz, Hannover, Hildesheim und Magdeburg.

    Die große Begeisterung in der Metropolregion Nürnberg verdeutliche den Stellenwert, den das Projekt Kulturhauptstadt hier habe, sagt Hans-Joachim Wagner, der Leiter des Nürnberger Bewerbungsbüros Kulturhauptstadt Europas 2025.

    Wer will sich an der Bewerbung beteiligen?

    Die Metropolregion Nürnberg erstreckt sich vom thüringischen Landkreis Sonneberg im Norden bis zum Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen im Süden, vom Landkreis Kitzingen im Westen bis zum Landkreis Tirschenreuth im Osten. Hier leben rund 3,5 Millionen Einwohner in insgesamt 604 Landkreisen, Städten, und Gemeinden. 42 davon haben zugesichert, dass sie Nürnbergs Bewerbung unterstützen werden.

    © BR

    Nürnbergs Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 wird von vielen Städten und Landkreisen in der Region unterstützt.

    Was versprechen sich Städte und Gemeinden?

    Die Städte und Gemeinden spekulieren darauf, dass sie sich 2025 der internationalen Kulturszene präsentieren können. Außerdem rechnen sie mit einem Touristen-Boom. "In der Europäischen Kulturhauptstadt Mons sind 2015 für jeden regional investierten Euro 5,50 Euro in die Wirtschaft zurückgeflossen", sagt Andreas Starke (SPD), Ratsvorsitzender der Metropolregion und Bamberger Oberbürgermeister. Zudem profitiere die Region auch in der Zeit danach. "Gemeinsam mit unseren Partnern können wir den Kulturraum nachhaltig stärken", so Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU).

    Wieviel wird die Beteiligung kosten?

    Die Städte, Kreise und Gemeinden werden für Projekte vor Ort insgesamt 6,2 Millionen Euro zur Verfügung stellen. In ihren Absichtserklängen haben sie sich verpflichtet, die Bewerbung in den kommenden fünf Jahren finanziell zu unterstützen. Der Richtwert dafür ist jeweils ein Euro pro Einwohner und Jahr. Dabei gibt es eine sogenannte "Kick-Back"-Garantie. Denn jeder von der jeweiligen Stadt oder dem Landkreis bezahlte Euro wird für Kulturhauptstadt-Projekte vor Ort eingesetzt.

    Warum sind nicht mehr Partner dabei?

    Allerdings schrecken die Kosten auch ab. So scheut beispielsweise der Landkreis Ansbach die hohen Ausgaben. Entsprechend der Einwohnerzahl hätte er rund 185.000 Euro pro Jahr ans Nürnberger Bewerbungsbüro überweisen müssen. Deshalb hat sich der Landkreis für einen günstigeren Weg entschieden. Er unterstützt die Stadt Feuchtwangen mit ihren rund 12.000 Einwohnern und ihrem kulturellen Leuchtturm Kreuzgangspiele. Der Landkreis zahlt die eine Hälfte, die Stadt steuert die andere Hälfte der Kulturhauptstadt-Rate bei: Das sind jeweils rund 6.000 Euro pro Jahr.

    Kulturhauptstadt 2025: Was ist geplant?

    Einige Beispiele aus der Nürnberger Bewerbung: Die "Nürnberg Time Machine" wird lokale und europäische Geschichte systematisch erforschen und dank digitaler Technologie den Zugang zum kulturellen Erbe der Metropolregion erleichtern. Im Projekt "Histokultur" werden die Menschen in der Region ihre Familien- und Dorfgeschichten digital neu erzählen und für die Nachwelt erhalten können. Bei "Toys of Tomorrow" werden internationale Designer und Designerinnen gemeinsam mit Spielzeugherstellern in der Metropolregion das Spielzeug von Morgen entwickeln und der Frage nachgehen, wie unsere Kinder und Enkelkinder spielen werden.

    Das Format "Memory Lab" lädt Künstlerinnen und Künstler an den Täter- und Opferorten Nürnberg und Flossenbürg zu einer kritischen Reflexion der Vergangenheit und der Gegenwart ein. Und beim Projekt "Doorytelling" werden in der gesamten Metropolregion Hunderte von Türen aufgestellt. Sie sollen an die vielen, ganz unterschiedlichen Grenzen in der Region erinnern und deren Geschichte mit Konzerten und Ausstellungen erzählen.

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