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Kulturhauptstadt 2025: Nürnbergs Wandel vorantreiben | BR24

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Nürnberg ist mehr als "Drei im Weggla", Dürer und Nazi-Vergangenheit: In den vergangenen Jahren hat sich die Frankenmetropole zur Stadt der Menschenrechte gemausert - und möchte sich zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025 krönen.

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Kulturhauptstadt 2025: Nürnbergs Wandel vorantreiben

Reichsstadt, Dürerstadt, Stadt der Reichsparteitage – die Geschichte Nürnbergs hat sehr viele Facetten. Heute gilt Nürnberg als die Stadt der Menschenrechte. Eine beeindruckende Entwicklung. Aber Nürnberg will mehr.

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Nürnberg hatte ja eigentlich schon immer viel zu bieten: Über allem thront eine beeindruckende Kaiserburg, und überall in der Altstadt finden sich noch Spuren von spätmittelalterlicher Macht und Pracht. Und mit den berühmte "Drei im Weggla" hat Nürnberg sogar eine Jahrhunderte alte, historisch nachgewiesene Bratwurstkultur.

Europäische Handelsmetropole

Der berühmteste Sohn der Stadt ist der Maler Albrecht Dürer. Er ist heute ein Weltstar, aber schon zu seinen Lebzeiten hat er das Bild seiner Heimatstadt weit über die Landesgrenze hinausgetragen. Das übernimmt heute der Christkindlesmarkt. Christkind, Zwetschgermännla und Lebkuchen locken Besucher aus der ganze Welt in Dürers Geburtsstadt. So wie im späten Mittelalter, als Nürnberg ein europäisches Zentrum des Handels, des Handwerks und der Kultur war.

Nürnberg hat es eigentlich gar nicht mehr gegeben

Dass die vielen Touristen heute überhaupt noch was von den mittelalterlichen Spuren zu sehen kriegen, grenzt an ein Wunder, denn eigentlich hat es Nürnberg gar nicht mehr gegeben. Ein britischer Bombenhagel hat die Stadt am 2. Januar 1945 total zerstört.

Stadt der Nationalsozialisten

Denn Nürnberg war auch die Stadt der Nationalsozialisten, die Stadt der Rassengesetze und der Reichsparteitage. Das braune Erbe ist noch überall in Stein sichtbar, viele Gebäude zeugen von dieser Vergangenheit. Eine große Herausforderung für die Stadt. Aber Nürnberg hat sich dieser Herausforderung gestellt, so transparent und engagiert wie kaum eine andere Stadt in Deutschland.

Gegen das Vergessen und Verharmlosen

Sie tritt dem Vergessen und Verharmlosen deutlich entgegen: Ein Dokumentationszentrum zeigt Nürnbergs Rolle im Dritten Reich, das "Memorium" im Justizpalast erinnert an die nachfolgenden Nürnberger Prozesse, die die Abscheulichkeiten des sogenannten "Dritten Reiches" aufdeckten und Justizgeschichte geschrieben haben.

Wandel zur Stadt der Menschenrechte

Nürnberg hat inzwischen den Wandel geschafft zur Stadt der Menschenrechte. Sie verleiht einen Menschenrechtspreis und die Nürnberger treffen sich zu diesem Anlass zu einer Friedenstafel mitten in der Stadt. Und die ist stolz auf die Straße der Menschenrechte, in der die Nürnberger gerne für Frieden und Toleranz demonstrieren. Außerdem verleiht Nürnberg einen Menschenrechts-Filmpreis, der international hohe Anerkennung erfährt.

Nürnberg will noch mehr

Als europäische Kulturhauptstadt 2025 will Nürnberg aber noch einen Schritt weiter gehen - Möglichkeiten schaffen und Neues wagen. Mit dem Blick zurück in die Geschichte den Schritt nach vorne wagen, dafür steht das Motto der Bewerbung "Past Forward". Bei diesen Schritten in die Zukunft soll vor allem die Stadtgesellschaft sichtbar werden, mit alle ihren Facetten.

Was macht eine Stadt lebenswert?

Bei der Bewerbung für den Titel "Europäische Kulturhauptstadt 2025" werden Antworten auf wichtige Fragen gesucht: Was macht für die Menschen heute eine Stadt lebenswert? Wie kann sich mit dem Blick auf die Vergangenheit eine zukunftsweisende Stadt entwickeln, die Raum schafft für Kultur? Und Kultur findet eben nicht nur in Theater und Museen statt. Als Kulturhauptstadt 2025 wollen die Nürnberger herzliche und tolerante Gastgeber sein und damit der Welt zeigen, dass sich die Stadt über weit mehr als nur über ihre Geschichte definiert.