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Alles zu, alle traurig: Das Jahr 2020 war für die Kulturbranche richtig hart

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    Kultur-Katastrophe: So viele Milliarden hat die Branche verloren

    Dass der Kultur- und Kreativsektor ein rabenschwarzes Jahr hinter sich hat, wusste man schon. Nun gibt es dazu auch Zahlen vom Bundestag - und die sind richtig bitter. Die Linke fordert Konsequenzen.

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    • BR24 Kultur

    Die Kultur- und Kreativwirtschaft hat 2020 einen Umsatzverlust von 22,4 Milliarden Euro erlitten. Das haben die wissenschaftlichen Dienste im Bundestag ermittelt. Laut dem Gutachten, aus dem das Redaktions-Netzwerk Deutschland berichtet, hat es die Filmwirtschaft, die Darstellende Kunst und den Kunstmarkt besonders hart getroffen. Hier ist das Umsatzniveau auf den Stand von 2003 zurückgefallen - die Entwicklungen von 17 Jahren sind vorerst dahin.

    Hat der Bund zu wenig getan?

    Der Linken-Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch sieht eine Mitschuld bei der Bundesregierung. "In der Prioritätenliste der Bundesregierung tauchten das kulturelle Leben und die Veranstaltungsbranche nicht auf", sagte er dem RND. "Trotz der Hilfen stehen viele vor einem Scherbenhaufen." Um die Branche krisenfest zu machen, brauche es künftig eine bessere soziale Absicherung der Kulturschaffenden.

    Dem Bundestags-Gutachten zufolge arbeiten rund 1,8 Millionen Menschen in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Für das laufende Jahr sehen viele von ihnen kaum weniger schwarz. Für Clubs und Diskotheken gibt es noch keine Öffnungsperspektive. "Die Musikbranche hat einfach keine Lobby", sagen dazu etwa die Rapper von Dicht & Ergreifend. Beim Deutschen Kulturrat fürchtet man sogar, dass nun Einsparungen auf die Kultur zukommen.

    Kulturrat: Brauchen wieder mehr Festverträge

    "Wir versuchen, den Parteien vor der Bundestagswahl das Versprechen abzuringen, dass sie nicht an der Kultur sparen", sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Den Kommunen fehle einiges an Gewerbesteuer - das werde sich auf die kulturelle Infrastruktur auswirken.

    Mit dem Engagement des Bundes zeigt sich Zimmermann - anders als Bartsch - zufrieden. In einem anderen Punkt sieht er es aber genau so wie der Linken-Politiker: Der Kulturbereich sei sehr krisenanfällig. "Wir müssen uns überlegen, wie er für die Zeit nach der Pandemie krisenfester gemacht werden kann", so Zimmermann. Gerade im Kulturmanagement und in der Kulturvermittlung müsse man wieder zu tarifgebundener und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung zurückfinden.

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