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Kultur in Zeiten von Corona: Kaufbeuren startet die "Coronale" | BR24

© BR/Rupert Waldmüller

Auf der Videoplattform der Kulturförderung Kaufbeuren

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    Kultur in Zeiten von Corona: Kaufbeuren startet die "Coronale"

    Künstler und Kulturschaffende trifft die Corona-Krise hart, aber sie macht auch erfinderisch. In Kaufbeuren im Allgäu hat die städtische Kulturförderung jetzt die "Coronale Kaufbeuren", eine kulturelle Videoplattform eröffnet.

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    Zwei Musiker stehen mit Gitarre und Kontrabass im Wohnzimmer, im Hintergrund sieht man eine Couch, ein Keyboard und Regale mit Schallplatten und CDs. In Corona-Zeiten ist so ein Internetvideo für Musiker die einzige Möglichkeit, sich ihrem Publikum zu präsentieren.

    Künstler suchen ihr Publikum einfach online

    Die Situation ist für alle Kulturschaffenden im Moment nicht leicht, sagt Musiker Till Nissle. Die Coronale Kaufbeuren, eine Internetplattform, auf der sich die Kulturschaffenden der Stadt mit kurzen, täglich wechselnden Videos präsentieren können, hält er in Zeiten wie diesen für eine gute Idee und sogar für eine Chance:

    "Man muss es ist einfach so nehmen, wie es kommt und schauen, dass man darauf reagiert. Und deswegen bietet das Format so die Möglichkeit, dass man sich ausprobieren kann und auch mit anderen Künstlern zusammen was machen kann." Nissle glaubt auch, dass man so ein ganz anderes Publikum erreichen kann.

    Kreativ durch die Corona-Krise

    Musiker spielen ihre Lieder, Theatermacher zeigen kurze Stücke, Künstler lassen vor der Kamera ein Bild entstehen und auch virtuelle Führungen im Museum soll es bei der Coronale geben. Jeden Tag um 19 Uhr soll ein neues Video auf der Internetplattform zu sehen sein.

    Barbara Lackermeier von der städtischen Kulturförderung Kaufbeuren setzt dabei auch auf die vielen Menschen, die jetzt - gezwungenermaßen - "Stubenhocker" sind. Für sie machen die Künstler jetzt gezielt Programm: "Da eignet sich so ein Onlineprojekt eigentlich ganz gut, weil man gezwungen ist, seine Kunst nochmal neu zu denken."

    Kultur-Plattform auch für die Zeit nach der Krise

    Die Künstler müssten sich fragen, wie sie sich online "verkaufen" können und über diesen Weg auch ihre Zuschauer erreichen. Bei der Coronale geht es darum, in Zeiten der Isolation den Kontakt zwischen den Kulturschaffenden untereinander und zum Publikum zu halten. Und zu zeigen: das kulturelle Leben geht weiter.

    Auf der Coronale-Plattform geht das möglicherweise sogar auch nach Corona. Barbara Lackermeier hofft, dass sich auch für die Zeit nach der Krise neue Konzepte daraus entwickeln, die man weiterverfolgen kann: "Da steckt so viel Potenzial drin, das sollte man nicht so einfach verstreichen lassen."

    Coronale Kaufbeuren - jeder kann mitmachen

    Mitmachen bei der Kaufbeurer Coronale können alle, die Lust drauf haben. Etliche Kulturschaffende haben sich schon gemeldet. Die Initiatoren hoffen, dass das Projekt bald richtig Fahrt aufnimmt.

    Für Singer-Songwriter Till Nissle geht es in der aktuellen Situation vor allem um die gemeinsame Kunst: "Wenn dadurch ein Video entsteht mit Musikern, die ansonsten nicht zusammen Musik gemacht hätten, dann ist es in meinen Augen schon Erfolg, weil das stärkt die Kultur hier vor Ort."

    coronale-kaufbeuren.de