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Einige Wochen lief der Kulturbetrieb in Deutschland zumindest auf Sparflamme, mit dem heutigen Lockdown wird alles wieder komplett heruntergefahren. In anderen Ländern stellt sich die Situation ähnlich dar.

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Kultur im Lockdown: London

Einige Wochen lief der Kulturbetrieb in Deutschland zumindest auf Sparflamme, mit dem heutigen Lockdown wird alles wieder komplett heruntergefahren. In anderen Ländern stellt sich die Situation ähnlich dar.

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Von
  • Thomas Spickhofen

Das Troubadour-Theatre im Londoner Stadtteil Wembley hat es Ende September mit der Premiere des Musicals Sleepless versucht, mit allen Corona-Regeln und vor 400 Zuschauern, wo sonst 2000 Platz haben. Nach vier Vorstellungen wurde der Versuch wieder beendet. Theater betreiben lohnt sich nicht. Die britische Theaterlandschaft, in der rund 300.000 Menschen arbeiten, ist privatwirtschaftlich organisiert. Staatstheater, wie in Deutschland, gibt es kaum. "Wir können nur wieder aufmachen, wenn wir auch alle reinlassen und keine Beschränkungen mehr haben", sagt der König des Westens Musical-Mogul Andrew Lloyd Webber: "Was ich nicht verstehe, ist, warum soll es sicher sein, in ein Flugzeug zu steigen, aber nicht, in ein Theater zu gehen, mit all den Vorkehrungen, die wir hier getroffen haben? Ich verstehe das einfach nicht.

Soho ist ausgestorben

Den Point of no return den Punkt, an dem es keine Umkehr mehr geben wird, haben einige Theater schon überschritten. Das Westend, die Schlagader des Londoner Kulturbetriebs rundum Soho und Covent Garden, ist seit sieben Monaten wie ausgestorben. Völlig unklar, wann und ob die vielen Spielstätten wieder öffnen können. Die Regierung hat ein Rettungspaket mit umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro geschnürt. Fast 1400 Theater und Konzerthäuser, Museen und Clubs im ganzen Land bekommen Geld daraus. Wir müssen allerdings auch Prioritäten setzen, erklärt Kulturminister Oliver Dowden: "Die Institutionen von nationaler und die von regionaler Bedeutung stehen ganz oben auf der Prioritätenliste. Wir haben uns aber auch die Geschäftspläne angesehen und eingeschätzt, ob sie überleben können, damit wir nicht gutes Geld schlechtem hinterherwerfen."

Nationale Lotterie für Freiberufler

Allein 90 Prozent aller kleinen Musikclubs erhalten Geld aus dem Paket. Hunderte Institutionen aber eben auch nicht. Viele mussten inzwischen dichtmachen. Für freiberufliche Künstler steht unter anderem bei der nationalen Lotterie ein Topf mit umgerechnet rund 80 Millionen Euro zur Verfügung. Die Museen haben zum großen Teil wieder geöffnet, aber es fehlt das Publikum. Es fehlen die Touristen. Der Londoner Tower zum Beispiel schleuste früher 15.000 Menschen pro Tag an den Kronjuwelen vorbei. Heute sind es bestenfalls einige Hundert.

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