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Nach Förder-Flop: Neustart bei Künstler-Hilfen angekündigt | BR24

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Die Corona-Soforthilfe für Künstlerinnen und Künstler nahm kaum jemand in Anspruch: Statt erwarteten 60.000 gab es nur 10.000 Anträge. Nun verspricht Ministerpräsident Markus Söder Verbesserungen und Unterstützung – "bis die Pandemie vorbei ist".

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Nach Förder-Flop: Neustart bei Künstler-Hilfen angekündigt

Die Corona-Soforthilfe für Künstlerinnen und Künstler nahm kaum jemand in Anspruch: Statt erwarteten 60.000 gab es nur 10.000 Anträge. Nun verspricht Ministerpräsident Markus Söder Verbesserungen und Unterstützung – "bis die Pandemie vorbei ist".

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Die Programme der Bayerischen Staatsregierung für die Kulturszene hätten bislang nicht die erhoffte Wirkung erzielt, so Ministerpräsident Markus Söder bei seiner Regierungserklärung am Mittwoch im Landtag.

Vor allem das Angebot für Solo-Selbstständige von bis zu jeweils 1.000 Euro über drei Monate hinweg sei zu wenig angenommen worden: "Etwas, was nicht funktioniert, muss man verbessern", so Söder. "Das tun wir. Darum machen wir einen Neustart, den haben wir mit der Kunstszene besprochen und vereinbart." Söder verwies auf den Bund, der Unternehmer in der Veranstaltungsbranche demnächst mit einem "fiktiven Unternehmerlohn" helfen will. Bis dahin gehe Bayern "auf jeden Fall voraus".

Neuauflage der Künstlerförderung ohne zeitliches Limit

Nach dem Vorbild von Baden-Württemberg werde der Freistaat ein neues Solo-Selbstständigen-Programm für Künstler auflegen, ohne zeitliche Begrenzung, "bis die Pandemie vorbei ist". Einzelheiten nannte Söder nicht.

Das ursprüngliche Programm war am 30. September ausgelaufen und vergleichsweise wenig angenommen worden. Arbeitslose Künstler wählten stattdessen lieber gleich die Grundsicherung, also Hartz IV. Kritisiert wurde vor allem, dass das Solo-Selbstständigen-Programm zunächst nur für Mitglieder der Künstlersozialkasse galt und dass Antragsteller nur wenig Ersparnisse haben durften. Viele fürchteten daher, zuerst ihre Altersvorsorge aufbrauchen zu müssen, bevor sie die 3.000 Euro beanspruchen konnten.

Außerdem hatten nicht wenige bereits Geld aus anderen Fördertöpfen erhalten, was ebenfalls ein Ausschluss-Kriterium für die Soforthilfe war. Zudem gab es im Kultusministerium bis vor wenigen Wochen keinen direkten Ansprechpartner für die Freie Szene und die Anträge waren aus Sicht der potenziellen Nutznießer viel zu kompliziert. Letztlich erhielten nur rund 8.000 Antragsteller Geld.

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Die Corona-Soforthilfe für Künstlerinnen und Künstler nahm kaum jemand in Anspruch: Statt erwarteten 60.000 gab es nur 10.000 Anträge. Nun verspricht Ministerpräsident Markus Söder Verbesserungen und Unterstützung – "bis die Pandemie vorbei ist".

Großdemonstration in München angekündigt

Berufsanfänger in Kunst und Kultur sollen nun mit einem neuen "Stipendien-Programm" unterstützt werden. "Uns ist Kunst wichtig, und wir glauben, dass es gerade in diesen Zeiten eine echte Perspektive braucht", sagte Söder. "Bayern hat ein hohes Kunst-Level. Ich möchte nicht, dass durch diese Pandemie die gesamt Kunst- und Kulturszene in Bayern zerstört ist. Dagegen werden wir uns wehren und dagegen steuern wir an."

Kunstminister Bernd Sibler kündigte an, konkrete Maßnahmen "zeitnah nach dem Beschluss des Ministerrats" vorzustellen. Es komme darauf an, "möglichst viele Künstlerinnen und Künstler in der Krise" zu erreichen. In einer Pressemitteilung schrieb er: "Kunst und Kultur sind für uns alle lebenswichtig. Kunst und Kultur nehmen gerade in schwierigen Zeiten wie diesen eine sinnstiftende und verbindende Funktion ein, schenken uns Freude, Abwechslung und Ablenkung. Diese Wertschätzung soll auch in der Unterstützung zum Ausdruck kommen."

Für den kommenden Samstag ist auf dem Münchner Königsplatz unter dem Motto "Aufstehen für Kultur" eine Großdemonstration angekündigt. Unter den Rednern sind der ehemalige Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin, die Ex-Kultus- und Kulturminister Hans Maier und Wolfgang Heubisch, der Tenor Julian Prégardien und – per Videobotschaft – Gerhard Polt.

Bereits in den vergangenen Wochen hatten Künstler mehrfach die ihrer Meinung nach fehlende Aufmerksamkeit durch die Bayerische Staatsregierung heftig attackiert, ja von einem "kompletten Politikversagen" gesprochen.

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