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Kuba: „Ansicht der Tropen im Morgengrauen“

Guillermo Cabrera Infantes Streifzug durch Kubas Geschichte von den spanischen Kolonisatoren bis Fídel Castro. Ehedem ein glühender Revolutionär, wurde der berühmte Schriftsteller und Exilant zum Kritiker des „Máximo Líder“. Von Cornelia Zetzsche

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Cocodrilo Verde

Kuba liegt wie ein grünes Krokodil im Meer: mit dem Maul nach Südosten, wo Santiagos schwarze Rhythmen den Ton angeben; und im Westen, im Schwanz des Krokodils sozusagen: La Habana, die Hauptstadt, das Tor zur Neuen Welt, mit seiner verfallenen kolonialen Pracht. Seit bald 60 Jahren regiert Fídel Castros Variante eines karibischen Sozialismus auf der durch Kolonialismus und blutige Rebellionen geschundenen Insel.

Poetische Geschichte Kubas

Guillermo Cabrera Infante, Kubas berühmter Schriftsteller und Cineast, dann Exilant in London, 1929 geboren, war anfangs ein glühender Mitstreiter der Revolution, dann ein vehementer Kritiker. Bis zu seinem Tod im Februar 2005 schleuderte er aus England wütende Blitze gegen Fidel Castro. „Ansicht der Tropen im Morgengrauen“ heißt sein poetischer Streifzug durch Kubas Geschichte, von den Konquistadoren des 15.Jahrhunderts bis zu Castros Regime auf der grünen Insel - zuckerkrank, tabaksüchtig, ausgebeutet und jetzt mehr denn je mit ungewisser Zukunft.

Blinder Passagier

Siemen Rühaak liest im Offenen Buch Miniaturen Guillermo Cabrera Infantes. Der Schriftsteller muss Maestra die ersten poetischen Bilder aus der Luft skizziert haben: Dinosaurier, Muscheln, blaugrüne Inselgruppen wachsen aus dem Wasser, mangrovenüberwuchert, von Flamingos umflattert, umrandet vom Türkis des Meeres. Sein Blick folgt Castro und seinen Compañeros in die Sierra Maestra, reicht aber auch bis in die Kerker des Regimes, wo der „Höchste Führer“ ehemalige Gefährten leiden lässt. Ein Flüchtling versucht, als blinder Passagier die USA zu erreichen - vergeblich.