BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

"Ktesiphon" - Die, die das heilige Feuer anbeteten | BR24

Audio nicht mehr verfügbar

Dieses Audio konnte leider nicht geladen werden, da es nicht mehr verfügbar ist.

Weitere Information zur Verweildauer

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

"Ktesiphon" - Die, die das heilige Feuer anbeteten

Wie Palmyra ist Ktesiphon, das Zentrum eines vorislamischen Reiches auf dem Gebiet des Irak heute weitgehend zerstört. Aber aus den Depots des Pergamonmuseums ersteht diese untergegangene Kultur in einer Ausstellung, die Simone Reber gesehen hat.

Per Mail sharen

Auf den Fotos erheben sich die Ruinen des Palastes von Ktesiphon hoch über die sandigen Hügel. Der spitzgewölbte Bogen ist das Vermächtnis der sassanidischen Könige, deren Reich sich vom Iran bis nach Afghanistan erstreckte. Bis ins 7. Jahrhundert nach Christus war Ktesiphon ihre Krönungsstadt.

Ktesiphon ist ein Ort, der einen magischen Bau hat, und zwar ist das der Taq-e Kesra, der Bogen des Chosros, des König Chosros. Und dieser Bau ist eine große Bogenhalle, 35 Meter hoch, 40 Meter tief und steht herausragend in der Landschaft. Stephan Weber

Die Bogenhalle von Ktesiphon, sagt Stephan Weber, Direktor des Museums für Islamische Kunst, ist ein Symbolbau. Ihre Form wird später Vorbild für die gesamte islamische Architektur.

Die Sassaniden - Profis der Inszenierung ihrer Macht

Und von hier muß auch der König Hof gehalten haben, d.h. wahrscheinlich war es hier, was wir aus späteren islamischen Beschreibungen wissen, daß der König hinter einem Vorhang saß und daß eine Krone vom hohen Bogen herab gelassen über seinem Haupte schwebte. Stephan Weber

Die vorherrschende Religion in Ktesiphon war der Zoroastrismus, der Glaube an das heilige Feuer, der auch andere Religionen tolerierte. 651 wurde der letzte sassanidische König ermordet. Aber vier Jahrhunderte später –längst in islamischer Zeit- erlebten die Sassaniden in Literatur und Miniaturmalerei eine Renaissance.

Taq-e Kasra - Symbol von Macht und Vergänglichkeit

Die Sassaniden sind in der Rezeption später vor allen Dingen ein Symbol der Vergänglichkeit geworden und zwar der Vergänglichkeit von Macht. Der Taq-e Kesra wird dann zum Symbol von Größe und Zerfall. Mitten in der Fassade ist auf einmal der persische Zaubervogel, man fragt sich, was macht er denn da. Stephan Weber

Doch der zoroastrische Zaubervogel der Sassaniden überlebt den Untergang. Am Ende schmückt der geflügelte Retter sogar den Sommerpalast, den die Mongolen auf dem sassanidischen Feuertempel errichten. Kulturen überleben durch Wandel, zeigt die schöne Ausstellung im Museum für Islamische Kunst. Die Sehnsüchte der Menschen aber bleiben gleich.

Der sassanidische Zaubervogel heißt heute: Superman.