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Portrait von Katja Röder.

Katja Röder ist die Autorin des Hörspiels "Wo du hingehst – der erste Fall für Melitta und Stern".

Bildrechte: claude hilde
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    Krimi-Hörspiel aus Franken: Interview mit Katja Röder

    Obachd und aufgemerkt, Franken und Krimifans! Bayern2 startet eine neue Hörspiel-Krimi-Reihe. "Wo du hingehst – der erste Fall für Melitta und Stern" spielt auf dem fränkischen Land rund um Bamberg. Die Autorin Katja Röder im Interview.

    Von
    Katja Paysen-PetersenKatja Paysen-PetersenBR24  RedaktionBR24 Redaktion
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    Als Melitta von Frankenberg am Schloss ihres Vaters ankommt, steht alles Kopf: Die 250.000 Euro teure Baumsägemaschine wurde gestohlen! Weil Melitta sich bei der örtlichen Polizei kein Gehör verschaffen kann, handelt sie auf eigene Faust: Mithilfe des Gärtners Anton Stern sucht sie nach der Diebesbande, die schon viele andere Landwirte in der Region rund um Bamberg bestohlen hat.

    Wo du hingehst - Der erste Fall für Melitta und Stern

    Es ist der erste Fall für die Ermittler Melitta und Stern - und es wird nicht ihr letzter sein. Die Folge "Wo du hingehst" ist der Auftakt zu einer neuen Reihe: eine Krimi-Hörspiel-Serie aus Franken. Geschrieben von, klar, einer waschechten Fränggin: Katja Röder.

    Interview mit der Autorin Katja Röder

    Frau Röder, in Ihrem Krimi geht es nicht um Mord und Totschlag, nicht um den Diebstahl von Diamanten und Perlenketten – nein, hier wird eine Baumsägemaschine geklaut. Wieso in aller Welt!?

    Katja Röder: "Mit diesem ersten Krimi in meiner fränkischen Heimat bin ich ja auch aufs Land gezogen, wenn man so will. Dörfer, Landwirtschaft, ein altes, verfallenes Schloss, da passt das thematisch doch ganz gut? Außerdem beruhen meine Geschichten in der Regel auf fundierter Recherche, so ist es hier auch. Diebstahl von Agrarmaschinen im ländlichen Raum ist echt ein Thema!"

    Auch Ihr Ermittlerduo ist kein klassisches. Die beiden Figuren stehen abseits gesellschaftlicher Normen. Melitta hat Asperger-Autismus, Stern ist ein straffällig gewordener Hilfsgärtner. Warum haben Sie sich für sie entschieden?

    Katja Röder: "Die Redakteurin Katarina Agathos und ich waren uns schnell einig, dass unsere beiden "Detektive" mit ein paar "Handicaps" in ihre Ermittlungsarbeit starten sollten. Menschen mit Asperger finde ich grundsätzlich schon total interessant, aber gerade zu dem Zeitpunkt, wo wir angefangen haben, dieses Format zu entwickeln, habe ich jemanden kennengelernt, der mit dieser Symptomatik lebt und der mir tiefe Einblicke in seine Erlebniswelt gegeben hat, wofür ich sehr dankbar bin - das ist ein ganz toller Mensch. Und ja, ein Mensch wie Melitta, der immer korrekt ist, sich an die Gesetze hält und immer alles ganz genau und 100 Prozent macht, für den ist es natürlich das Worst-Case-Szenario, wenn sie mit jemandem wie Anton Stern konfrontiert ist, der das genaue Gegenteil tut: Chaos verbreiten."

    "Melitta und Stern" ist als Krimi-Reihe angelegt, was sind die wiederkehrenden, die seriellen Elemente?

    Katja Röder: "Die beiden Protagonisten und ihre liebenswerten Macken, die ihnen beim Aufklären der Fälle auch in Zukunft im Weg stehen werden."

    Haben Sie schon Ideen für weitere Fälle?

    Katja Röder: "Ja! Wir haben bereits zwei weitere Stoffe in Startposition gebracht, die sich in und rund um Bamberg ansiedeln. Ich freue mich sehr darauf und bin gespannt!"

    Sie kommen aus Coburg, wohnen aber schon länger in Berlin. Wieso ein Franken-Krimi und keiner aus Berlin?

    Katja Röder: "Das war für mich von Anfang klar, dass ich eine Geschichte über Franken machen möchte, deswegen habe ich mich an den Bayerischen Rundfunk gewandt. Katarina Agathos schlug Bamberg als Spielstätte vor, das fand ich ganz prima, denn da wohnt meine Schwester mit ihrer Familie. Und endlich kann ich, in einer Erzählung, mal wieder in meiner fränkischen Heimat herumreisen! Wenngleich ich natürlich schon gerne auch physisch zu Hause vorbeischaue."

    In welchen Situationen sehnen Sie sich in Berlin nach ihrer fränkischen Heimat?

    Katja Röder: "Ich laufe sehr viel (gelegentlich auch mal den Berlin-Marathon) und ich laufe immer vor meiner Haustüre los. In Berlin ist das die Leipziger Straße in Mitte, die Bundesstraße 1 also. Da riecht es leider nicht so gut, als wenn ich bei meinen Eltern in Ebern vor der Haustüre loslaufe und direkt im Wald bin."

    Im Hörspiel wimmelt es von kuriosen fränkischen Ausdrücken. Welcher ist ihr liebster – und warum?

    Katja Röder: "Allmächd! Wenn ich das wüsste!"

    Sie sind Autorin für Film, Theater und Radio – wo liegt die Faszination am Hörspiel bzw. was hat das Hörspiel, was die anderen Medien nicht haben?

    Katja Röder: "Im Hörspiel kann man seine Protagonisten ohne Probleme zwischen Mars und Venus hin- und herreisen lassen, das lässt sich sehr viel einfacher herstellen als im Film! Aber Spaß beiseite: Es ist einfach etwas anderes, wenn ich einer Geschichte zuhöre, oder wenn ich ihr, wie im Film, mit mehreren Sinnen, Bild und Ton, folge. Die Herausforderung für den Zuhörer ist eine andere, denn er muss sich das Gehörte in seiner eigenen Phantasie verbildlichen. Das ist auch die Herausforderung für den Hörspielautoren, Spannung zu erzeugen, die sich im Kopf des Zuhörers abspielt. Andererseits weiß ich vom BR, dass es auch immer mal wieder Überlegungen einer Kooperation zwischen Hörspiel und Film gibt, sodass man sich einem Thema in unterschiedlicher medialer Form annähern kann."

    💡 Wo DU HINGEHST - DER ERSTE FALL FÜR MELITTA UND STERN

    von Katja Röder

    Musik: Evi Keglmaier und Greulix Schrank

    Regie: Stefanie Ramb

    Mitwirkende: Caroline Ebner, David Zimmerschied, Ercan Karacayli, Johanna Bittenbinder u.a.

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