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Kommunion und Krankensalbung: Seelsorge in Corona-Zeiten | BR24

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Die Einsamkeit vieler Corona-Patienten ist bedrückend. Speziell geschulte Seelsorger leisten Sterbenden Beistand. In Schutzausrüstung bringen sie die Kommunion, die Krankensalbung und beten mit Erkrankten.

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Kommunion und Krankensalbung: Seelsorge in Corona-Zeiten

Die Einsamkeit vieler Corona-Patienten ist bedrückend. Speziell geschulte Seelsorger leisten nun Sterbenden zuhause oder in Pflegeeinrichtungen Beistand. In Schutzausrüstung bringen sie die Kommunion, die Krankensalbung und beten mit Erkrankten.

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Der Blick nach Italien ist traurig und besorgniserregend: Im italienischen Bergamo sterben Ende März viele Corona-Erkrankte ohne Familie und Freunde noch einmal zu sehen. Etliche Geistliche stehen ihnen trotzdem bei – ohne richtige Schutzausrüstung – und bezahlen ihren Einsatz mit dem Leben. Über 100 katholische Priester sollen in Italien bisher an den Folgen der Corona-Epidemie gestorben sein, schreibt "Vatican News", das Nachrichtenportal des Vatikans. Nicht eingegangen in die Statistik seien die Zahlen verstorbener Ordensfrauen und Diakone.

Diese traurige Situation soll sich in Bayern nicht wiederholen. Im Erzbistum München-Freising hat Mitte April eine pastorale Einsatzgruppe für Covid-19-Erkrankte die Arbeit aufgenommen. 30 erfahrene Seelsorger, die im Bereich Hygiene und Schutzmaßnahmen geschult wurden, begleiten Patienten nun zu Hause oder in verschiedenen Pflegeeinrichtungen. 30 weitere befinden sich derzeit in der Ausbildung.

Seelsorge in Schutzanzügen

Pfarrer Daniel Lerch, Seelsorger am Klinikum der Universität München, ist Teil der Pastoralen Einsatzgruppe, die in Schutzausrüstung Covid-19-Erkrankte besucht und spirituell begleitet: "Es ist eine Herausforderung", sagt er, "auch mit der technischen Ausrüstung. Beim kleinsten Fehler kann der Virus überspringen. Da muss man auch innerlich ruhig bleiben. Ich spreche vor jedem Einsatz ein kurzes Gebet, um mich zu erden", sagt Pfarrer Lerch. Die Besuche müssen gut geplant sein: Denn alles, was der Seelsorger ins Zimmer der Patienten bringt, muss dort bleiben. Das Öl für die Krankensalbung bringt er deshalb in kleinen Plastikflaschen mit, die vor Ort noch entsorgt werden können.

Dankbarkeit bei Betroffenen und Angehörigen

Gerade erst war Pfarrer Lerch bei einem an Covid-19 erkrankten älteren Ehepaar zur Krankensalbung. "Es war eine bedrückende Situation. Die beiden haben sich aus dem Krankenhaus selbst entlassen, weil sie zu Hause sterben wollten. Mit der Tochter hatte ich nach meinem Besuch noch telefonischen Kontakt. Sie meinte, der Vater hätte vorher noch Probleme mit der Atmung gehabt. Doch nach dem Gebet hätte er friedlich geschlafen. Ich spüre sowohl bei Betroffenen als auch bei den Angehörigen eine große Dankbarkeit."

Geeignete Formen für die Krankenkommunion

Für die Besuche in dieser Ausnahmesituation entwickelten Seelsorger des Erzbistums München-Freising geeignete Formen für Krankenkommunion, Krankensalbung, Sterbesegen und Gebet am Totenbett. Damit wollen sie eine seelsorgerische Begleitung auch für Patienten schaffen, die daheim sind. In den Krankenhäusern betreuen nach wie vor Klinikseelsorger die Patienten. Sowohl dort als auch zuhause beobachtet Pfarrer Lerch ein bedrückendes Maß an Einsamkeit. Als Seelsorger sieht er sich als wichtige Brücke zwischen Erkrankten und deren Angehörigen: "Mich hat schon mal eine Frau gebeten, dass ich das Hochzeitsbild mitnehme in die Klinik und auf den Nachttisch ihres Mannes stelle oder ein anderes Beispiel war, dass die Enkeltochter noch ein Bild für den Opa gemalt hat, das konnte ich auch mitbringen." Die Dankbarkeit für solche kleinen Gesten sei unglaublich groß. Dem älteren Ehepaar, dem Lerch die Krankensalbung gespendet hat, geht es übrigens unerwartet besser. Manchmal spendet Trost eben neue Lebenskraft.

Die Einsatzgruppe Seelsorge ist für alle an Covid-19-Erkrankten und deren Angehörige sowie für Ärzte und Pflegende unter der Telefonnummer 0151 / 42 40 25 12 rund um die Uhr für Notfälle erreichbar sowie per Mail: einsatzgruppeseelsorge@eomuc.de.

Mehr zum Thema in STATIONEN, am Mittwoch, 29. April 2020 um 19 Uhr im BR-Fernsehen und im Anschluss in der Mediathek.