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Klingenberger hoffen auf Rettung der Festspiele | BR24

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Nach 26 Jahren stehen die Clingenburg Festspiele im Landkreis Miltenberg vor dem Aus. Der Trägerverein muss Insolvenz anmelden, da er die jährlichen Kosten alleine nicht mehr stemmen kann.

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Klingenberger hoffen auf Rettung der Festspiele

Das Aus der Clingenburg Festspiele nach 26 Jahren überrascht viele Menschen in Klingenberg am Main. In der Rotweinstadt und den sozialen Netzwerken wird diskutiert: Ist es möglich die Festspiele doch noch zu retten?

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"Das ist sehr schade, wir waren viele Jahre immer wieder begeistert. Vielen Dank für die tollen Abende!", schreibt eine Nutzerin auf Facebook über das Ende der Clingenburg Festspiele. Nach 26 Jahren wird es das Freilichttheater-Festival im Landkreis Miltenberg im kommenden Jahr voraussichtlich nicht mehr geben. Der Trägerverein hat Insolvenz angemeldet. Er kann die Kosten für die Festspiele nicht mehr stemmen. Die Nachricht kam überraschend: "Jetzt bin ich niedergeschmettert", schreibt eine andere Nutzerin.

Clingenburg Festspiele brauchen Geld

"Unser Verein hätte sich mehr Unterstützung erhofft von Seiten der Stadt, des Bezirks und auch aus München", sagt Renate Binsack, Sprecherin der Clingenburg Festspiele. Die Festspiele in Klingenberg am Main finanzieren sich zu 85 Prozent selbst: über Eintrittsgelder, Mitgliedsbeiträge, Sponsoren und Spenden. Der Rest kommt aus öffentlichen Geldern. Diese reichen für die anstehenden Investitionen nicht aus, sagt der Verein. Die Zuschauerzahlen der Festspiele gehen seit Jahren zurück.

Bürgermeister verärgert über Vorwürfe

Den Vorwurf der fehlenden Unterstützung will sich Klingenbergs Bürgermeister Ralf Reichwein nicht gefallen lassen. Die Stadt habe den Festspielverein nach allen Kräften unterstützt und sei stolz auf das kulturelle Aushängeschild. Reichwein sagt: "Die Kommunen haben in ihren Möglichkeiten versucht, mitzugehen. Über die genauen finanziellen Verhältnisse waren wir nicht unterrichtet." Der Bürgermeister will sich mit dem Stadtrat nach der Sommerpause mit dem Thema befassen. Die Verwaltung sei bereits auf der Suche nach Lösungen und habe Kontakt mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder aufgenommen. Der hatte in der Vergangenheit bereits die Schirmherrschaft der Festspiele inne.

Bürgermeister hofft auf Fortführung

"Ich will noch nicht daran glauben, dass Schluss ist", sagt Reichwein. Er will sich für das Festival stark machen. Renate Binsack vom Festspielverein ist da weniger optimistisch. Allein für Technik oder Kostüme bräuchten die Betreiber knapp 500.000 Euro. "Es ist traurig und wir sind alle noch in Schockstarre, aber wir müssen der Realität ins Auge schauen!"