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Klavier-Marathon: Igor Levit 16 Stunden am Flügel | BR24

© pa/dpa/Jan Woitas

Klavier-Marathon: Igor Levit 16 Stunden am Flügel

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    Klavier-Marathon: Igor Levit 16 Stunden am Flügel

    Nach fast 16 Stunden hat der Pianist Igor Levit am Sonntag seinen Klavier-Marathon beendet. Mit einem einzigen Werk, den "Vexations" (etwa Quälereien) des französischen Komponisten Eric Satie. Das Stück wird 840 mal wiederholt.

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    Von
    • BR24 Redaktion

    Fast 16 Stunden dauerte der Klavier-Marathon des Pianisten Igor Levit. Im Livestream spielte er in einem Berliner Studio live eines der längsten Stücke der Musikgeschichte, das atonale und repetitive Werk "Vexations" ("Quälereien") des französischen Komponisten Eric Satie. "Vexations" besteht aus einem Thema sowie zwei Variationen und wird 840 mal wiederholt.

    Levit: "Fertig. Erledigt. Glücklich. Dankbar"

    Am frühen Morgen sank Levit nach der letzten Note am Flügel in einem Berliner Studio kurz in sich zusammen, stand auf und zog sich zurück. Kurz danach schrieb er auf Twitter: "Fertig. Erledigt. Glücklich. Dankbar. Und sowas von high".

    Auf die Notlage der Künstler durch Corona aufmerksam machen

    Mit dem Auftritt wollte der 33-Jährige auf die Notlage der Künstler angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie aufmerksam machen.

    Levit hatte während der Aufführung die Notenblätter mit jeder einzelnen Wiederholung neben sich auf dem Flügel gestapelt und nach einer Wiederholung ließ er jedes einzelne Blatt auf den Boden fallen. Das Konzert wurde über mehrere Kanäle gestreamt.

    Bühne für Musiker lebensnotwendig

    Das Ende des 19. Jahrhunderts komponierte Werk gilt als eines der längsten der Musikgeschichte. In seiner Monotonie und Grenzwertigkeit passe es gut zur aktuellen Lage der Künstler und wirke wie "ein stummer Schrei". Die aktuelle Lage sei "brutal - körperlich, mental, emotional". Für Musiker sei die Bühne lebensnotwendig, hatte Levit vor dem Konzert gesagt.

    Satie (1866-1925) hat das Werk Ende des 19. Jahrhunderts komponiert. Eine deutliche Melodie ist in dem atonalen Werk auf Anhieb nicht zu erkennen, der französische Komponist hat als Tempo "sehr langsam" angegeben und 840 Wiederholungen vorgeschrieben. Das Stück besteht aus drei Notenzeilen, die ein musikalisches Thema variieren.

    Levits Hauskonzerte in Corona-Zeit

    Levit hatte während der Corona-Einschränkungen dutzende "Hauskonzerte" gestreamt und war auch zu einer Aufführung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Schloss Bellevue eingeladen worden. Levit gilt als einer der bedeutendsten Pianisten der jüngeren Generation. Er wurde 1987 im russischen Nizhni Nowgorod geboren, und zog mit acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland.

    BR-Podcast: "32 x Beethoven"

    Zum Beethovenjahr hat Igor Levit sich auf BR Klassik mit den 32 Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven auseinandergesetzt. In dem Podcast "32 x Beethoven" diskutiert er mit dem Klavierexperten Anselm Cybinski über jede einzelne der Sonaten und demonstriert seine Auffassung von ihr am Flügel.

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