Zurück zur Startseite
Kultur
Zurück zur Startseite
Kultur

Kirche auf Augenhöhe mit Jugendlichen gestalten | BR24

© dpa-Bildfunk

Thomas Andonie, BDKJ-Bundesvorsitzender und Pfarrer Dirk Bingener übergeben dem Papst Post von Jugendlichen

Per Mail sharen

    Kirche auf Augenhöhe mit Jugendlichen gestalten

    Am Sonntag endet in Rom die Jugendsynode, mit der Papst Franziskus junge Menschen ins "Zentrum des Interesses" stellen wollte. Den deutschen jungen Katholiken ging es dabei um mehr Mitbestimmung, um die Rolle der Frau und um den Missbrauchsskandal.

    Per Mail sharen

    In seiner Rede vor dem Papst und den Bischöfen bezeichnete Thomas Andonie, Vorsitzender des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Ergebnisse aus der aktuellen Missbrauchsstudie als eine Katastrophe: "Nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA, in Mexiko, in Australien, in Chile, überall ist es passiert und wir müssen davon ausgehen, dass es weiterhin passiert." Thomas Andonie war von der Deutschen Bischofskonferenz als einer von zwei Jugendvertretern für die Synode ausgewählt worden. Ein wichtiger Punkt war ihm auch die Rolle der Frau. Man könne nicht fünfzig Prozent der Bevölkerung von der Leitung der Kirche ausschließen, so Andonie. "Viele junge Frauen finden aufgrund dieser Ungerechtigkeit in der Kirche keine Heimat mehr."

    Sexualmoral und Benachteiligung von Frauen

    Bei den Fragen nach der Sexualmoral oder der Rolle von Frauen würde sich etwas bewegen, sagt Andonie jetzt im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk: "Ich habe wahrgenommen, dass diese Themen auch von vielen Bischöfen eingebracht wurden. Es macht mir Mut." Rückendeckung kam auch von Kardinal Reinhard Marx, der mehr Frauen in kirchlichen Führungspositionen forderte. Die Synode zeige aber auch die Vielfältigkeit und die Unterschiede in der Weltkirche, so Andonie: "Eine Situation in Australien gestaltet sich anders als in Deutschland. Rom kann nicht alles lösen." Veränderungen würden deshalb entsprechend lange dauern.

    "Für mich persönlich ist spürbar geworden, dass hier im Vatikan verstanden wurde, dass man mit jungen Menschen reden muss, wenn man über Gegenwart und Zukunft der Kirche spricht – auch wenn das alles nicht optimal lief. Den Dialog müssen wir nun in Deutschland fortsetzen. Die Jugendsynode hat zwar am Sonntag ihr Ende, aber dann geht es für Deutschland erst so richtig los." Thomas Andonie, Vorsitzender des BDKJ

    Die Synode bestätige, dass Kirche mit jungen Menschen auf Augenhöhe gemeinsam gestaltet werden muss, so Andonie. Das gelte auf allen Ebenen der Kirche: "von der Pfarrei bis zur Ebene der Bischofskonferenz - zu überprüfen und mit den zentralen Akteuren wie Jugendverbänden weiterzuentwickeln." Thomas Andonie fordert mehr pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Begleitung der Jugend in der Kirche. Wie die Vorschläge der jungen Katholiken auf der Bischofssynode angenommen wurden, zeigt sich, wenn das Schlussdokument veröffentlicht wird.