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Kinobesitzer kämpfen weiter ums Überleben | BR24

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Kinobetreiber Jonathan Rosenwanger

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Kinobesitzer kämpfen weiter ums Überleben

Corona hat die Kinobetreiber hart getroffen. Zum Beispiel auch Jonathan Rosenwanger, der Kinos in Schrobenhausen und München betreibt. Ein Besuch zeigt: Trotz erlaubter Öffnung nach der "Corona-Pause", ist die Branche noch längst nicht über den Berg.

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"Der Boden unter den Füßen war weg", erinnert sich Kinobetreiber Jonathan Rosenwanger an den Zeitpunkt zurück, als ihn – wie so viele andere bayerische Kinobetreiber auch – im März die Nachricht erreichte, dass Kinos coronabedingt vorerst geschlossen werden müssen.

Rosenwanger ist in einer Filmfamilie groß geworden und arbeitet seit er jung war in der Kinobranche. Noch immer fällt es ihm schwer, die Gefühle von damals in Worte zu fassen. Für ihn ganz besonders prägend: Die Stille in seinen beiden Kinos. 365 Tage im Jahr laufen im Münchner "Cadillac" und im "CinePark" Schrobenhausen normalerweise Filme. Ständig kommen und gehen die Gäste. Dann sind die Sitze auf einmal leer. So lange geschlossen wie während der Corona-Pandemie, waren seine Kinos zuvor noch nie.

Straßenverkauf zur Überbrückung

Um in der Zeit wenigstens etwas Umsatz machen zu können, setzt Jonathan Rosenwanger auf Straßenverkauf. Sowohl in Schrobenhausen wie auch in München verkauft er Snacks wie Popcorn oder Nachos to go. Kein Vergleich zu sonst, aber die Stammkunden vergessen ihn nicht. "Die Aufmunterungen in dieser schwierigen Zeit zu hören, war toll", erinnert sich der Kinobetreiber.

Öffnung der Kinos wieder möglich

Seit Mitte Juni dürfen Kinos in Bayern wieder geöffnet haben. Da aber viele Filmstarts verschoben oder gar an Streaming-Portale abgegeben wurden, entscheidet sich Rosenwanger dafür, die Pforten seiner Kinos noch etwas länger geschlossen zu lassen.

Blockbuster als Hoffnungsschimmer

Zum ersten großen Filmstart seit der Corona-Zwangspause, Christopher Nolans "Tenet", öffnete aber auch er wieder die Pforten seiner beiden Kinos. "Tenet hat gute Zahlen gemacht", meint Rosenwanger.

Allerdings nur, wenn er berücksichtigt, dass gerade ohnehin alles anders ist. Schließlich dürfen in den bayerischen Kinos derzeit aufgrund strenger Hygieneauflagen nur circa 20 Prozent der Besucher gleichzeitig in den Saal. Entsprechend spricht der Kinobetreiber von Einbußen von weit über 70 Prozent. "Wir haben alle auf Tenet gesetzt. Tenet hat für uns, wie gesagt, Gutes erzielt, aber das fühlt sich momentan an wie eine Eintagsfliege".

Kinobetreiber: "Kino ist mein Leben"

"Wir haben vom Staat schon eine tolle Unterstützung bekommen, vor allem hier in Bayern", zeigt sich Jonathan Rosenwanger dankbar. Gleichzeitig weiß er, dass dies nicht ausreicht, um langfristig überleben zu können.

"Damit die Kinos wirklich rentabel weiterarbeiten können, brauchen wir geringeren Abstand", fordert er. Andere Bundesländer ließen schon mehr Gäste zu und bisher habe es in deutschen Kinos noch keinen Corona-Fall gegeben. Zudem appelliert er an den Mut der Verleiher, neue Filme ins Kino zu bringen. "Kino ist mein Leben!", betont er. "Kino ist fühlen, Kino ist gemeinsam lachen, weinen, Spaß haben."

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Bayerische Kinos haben wieder geöffnet, doch Abstandsregeln und kaum neue Filme locken zu wenige Zuschauer an. Für viele Kinobetreiber ist nun Christopher Nolans "Tenet" etwas Licht am Ende des Tunnels. Aber reicht das?

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