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Der beste Darsteller des "King Kong"-Musicals ist die Affenpuppe | BR24

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Er sorgt wieder für Angst und Schrecken: Der Riesen-Gorilla gehört seit 1933 zu New York wie das Empire State Building und ist jetzt als Musical-Star zu erleben. Singen kann er nicht, dafür überzeugen seine traurigen Augen - und sein Gebrüll.

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Der beste Darsteller des "King Kong"-Musicals ist die Affenpuppe

Er sorgt wieder für Angst und Schrecken: Der Riesengorilla King Kong gehört seit 1933 zu New York wie die Freiheitsstatue und ist jetzt als Musical-Star zu erleben. Singen kann er nicht, dafür überzeugen seine traurigen Augen - und sein Gebrüll.

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Der Hauptdarsteller ist übrigens der einzig Überzeugende, und dass nicht nur, weil er 1.000 Kilo wiegt und sechs Meter hoch ist. King Kong erobert New York. Naja, er versucht es jedenfalls am Broadway Theatre, einem ehemaligen Kino mit knapp 1800 Plätzen. Und das Gebrüll war ja auch Gänsehaut pur, sagt Zuschauer Tom nach der Show: "Also wenn Du ihn zum ersten Mal siehst, in der ersten Sekunde, dann denkst du wirklich, der lebt!" 35 Millionen Dollar Produktionskosten. Jahrelange Vorbereitung! Produzentin Carmen Pavlovic sagt, die Leute fragen sie dauernd, ob der Affe singt. Nein, kann er nicht. Dafür habe man ja das Buch und die Musik: "Wir mussten die Geschichte so erzählen, dass er seine Stärken als Darsteller ausspielen kann."

© Matthew Murphy/King Kong Productions

Zehn Puppenspieler bewegen den Riesen

Sängerin hat sich in den Affen verliebt

Ja, die Musik: Vielleicht hätte der Affe doch besser auch noch singen sollen. Hauptdarstellerin Christiani Pitts als "Ann Darrow" gibt ihr Bestes. Als die Queen vom King namens Kong. Sie, das Mädchen aus der Provinz, die ein Star werden will, einem schmierigen Aufschneider aufsitzt und am Ende den Affen, der als Attraktion von einer einsamen Insel nach New York verschleppt wird, retten möchte. Die Sängerin hat sich auch außerhalb der Show ein bisschen in den Affen verliebt. Die Puppe lebe, sorge dafür, dass sie selbst besser spielen wolle, und zwar jedes Mal aufs Neue.

© Matthew Murphy/King Kong Productions

Die unendlich traurigen Augen des Monsters sind das Schönste, was das Musical zu bieten hat

Die Mimik von King Kong wirkt lebendig

Kong ist King. In diesem Broadway-Spektakel, sein erster Auftritt. Atemberaubend: Zehn Puppenspieler bewegen den Affen im Stil des japanischen Puppentheaters. Der Affe hängt an Marionettenfäden und kann zugleich mit aufwendiger Elektronik und Hydraulik bewegt werden kann. Die Mimik wirkt "lebendig". Dass die unendlich traurigen Augen des Monsters das Schönste sind, was dieses Musical insgesamt zu bieten hat, ist auch ein bisschen traurig. Die Besucher sind trotzdem begeistert, der Affe ist der Star. Leider der einzige mit Ausnahme des Settings, dass durch Digitaleffekte genauso beeindruckt wie der Gorilla Kong. Zuschauerin Barbara ist das alles egal. Sie sagt: Wow!

© Matthew Murphy/King Kong Productions

Auf der Dschungel-Jagd

Wenn eine Puppe der beste Hauptdarsteller ist, hat wenigstens der Affendesigner seinen Job richtig gemacht. Sonny Tilders heißt der Mann, hat Jahre lang am Gorilla herum geschraubt. Die Leute, so Sonny, sagen, der Riesen-Gorilla sei realistisch, aber er habe ja eher Superhelden-Proportionen. Das gilt nicht für Musik und die Dialoge, jedes Affengebrüll sei da hilfreich, so urteilten Zuschauer.

Ist die Show auf Bananen-Schale ausgerutscht?

Die Kritiken bisher: Allesamt affenscharfe Verrisse. Kong sei grandios. Die Show aber auf einer Bananenschale ausgerutscht. Das ist der Tenor. Ein Gorilla im Broadwaynebel. Kein Musical, eher ein Spektakel, das aber spektakelartig beeindruckend.

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