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In Nürnberg herrscht Notstand bei verfügbaren Ateliers. Etwa 80 Künstlerinnen und Künstler müssen bis Ende Juni aus den Gebäuden auf AEG ausziehen. Viele andere haben Nürnberg bereits verlassen.

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Keine freien Ateliers: Künstler verlassen Nürnberg

In Nürnberg herrscht Notstand bei verfügbaren Ateliers. Etwa 80 Künstlerinnen und Künstler müssen bis Ende Juni aus den Gebäuden auf AEG ausziehen. Viele andere haben Nürnberg bereits verlassen. Welche Ideen hat die Kulturreferentin?

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Von
  • Ulrike Lefherz

Seit etwa zwei Jahren ist es bekannt: Rund 200 Künstlerinnen und Künstler werden in Nürnberg ihre Ateliers auf dem AEG-Gelände verlieren. Hier wird ein neuer Stadtteil gebaut. Doch es gibt kaum verfügbare Ateliers. Die Stadt könne trotz umfangreicher Bemühungen nur vereinzelt helfen, sagte Nürnbergs Kulturbürgermeisterin Julia Lehner (CSU).

Viele Künstlerinnen und Künstler ziehen in andere Städte

Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler seien bereits in andere Städte weitergezogen, berichtet Künstlerkollege Daniel Bischoff. Andere suchen günstige Räume in der fränkischen Schweiz und sogar bis nach Thüringen. Auf AEG arbeiten derzeit noch etwa 80 Kulturschaffende, schätzt Bischoff. Sie müssen Ende Juni ausziehen. "Es geht darum, einfach weiter arbeiten zu können", so Bischoff.

Letzte Hoffnung: Logistik-Zentrum ohne Licht

Als letzte Hoffnung sei derzeit eine frühere Logistik-Immobilie mit rund 5.000 Quadratmetern Fläche in der Tillystraße im Gespräch. Hier laufen bereits Verhandlungen, bestätigte die zuständige Alpha Gruppe dem Bayerischen Rundfunk. Sie verwaltet das frühere Quelle-Bürogebäude. Allerdings sei ein erheblicher Teil der rund 5.000 Quadratmeter ohne Licht. Es hätten bereits mehrere Begehungen stattgefunden, so ein Sprecher der Alpha-Gruppe.

Herausforderung: Mietverträge für 40 Künstler

Nach Schätzungen könnten etwa 30 bis 40 Künstlerinnen und Künstler in dem Gebäude untergebracht werden. Die dunklen Räume eignen sich möglicherweise für Filmschaffende oder Theaterproben. Künstler Axel Gercke ist einer der Interessenten, der derzeit viel Zeit mit Gesprächen und Koordinierung verbringt. Wir brauchen dann jemanden, der die 40 Mietverträge verwaltet, sagt er. "Sonst haben wir keine Zeit mehr für die Kunst."

Ateliers bringen Vermietern wenig Geld ein

Der Markt für günstige Ateliers sei insgesamt sehr begrenzt, sagte Kulturbürgermeisterin Julia Lehner. Alle großen Immobilien seien durch das Liegenschaftsamt geprüft worden. "Doch die Besitzer haben andere Vermarktungs-Vorstellungen", so Lehner. Quadratmeterpreise von zehn Euro können sich Kulturschaffende nicht leisten.

Räume sind zu teuer – Vermittlung hilft wenig

Die Stadt Nürnberg habe versucht, mit dem Vermittlungssystem "Raumkompass" in Einzelfällen zu helfen, so Lehner. Wie schwierig die Suche nach Räumen ist, erklärte sie an einem Beispiel aus dem Stadtteil St. Leonhard/Schweinau. Von 41 identifizierten Leerständen sei nach der Prüfung nur eine einzige Immobilie als Atelier infrage gekommen, so Lehner.

Langfristig: Ateliers in der Nürnberger Kongresshalle

Langfristig will die Stadt an der Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände als "Ermöglichungsraum von Kunst und Kultur" festhalten, so die Kulturbürgermeisterin. Bis hier allerdings Künstlerinnen und Künstler mit ihren Ateliers einziehen können, werden noch einige Jahre vergehen. Derzeit werden erst mögliche Baukosten ermittelt. Im Herbst soll dort schon einmal eine Ausstellung stattfinden.

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