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Kein Publikum, keine Küsse: Wie Corona das TV verändert hat | BR24

© BR/Nadya Jakobs

Aufgrund der Corona-Pandemie musste die BR-Serie "Dahoam is Dahaom" im Frühjahr die Dreharbeiten einstellen. Inzwischen wird wieder produziert.

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    Kein Publikum, keine Küsse: Wie Corona das TV verändert hat

    Beim ersten Lockdown im Frühjahr hieß es erstmals: "Abstand halten". Dreharbeiten zu Filmen und Serien, Aufzeichnungen von Unterhaltungs- und Talk-Shows mit Publikum mussten kurzfristig gestoppt werden. Und heute? Wie kann wieder produziert werden?

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    Von
    • Sissi Pitzer

    Die beliebte Daily des BR "Dahoam is Dahaom" musste Mitte März die Dreharbeiten einstellen, weiter ging es erst Ende April. Zum Glück gab es einen mehrwöchigen Serienvorlauf, sodass keine Sendepause entstand. Inzwischen wird im fiktiven Dorf Lansing wieder produziert – aber unter völlig anderen Umständen.

    Dahoam is Dahoam: Keine Küsse in Lansing

    "Am Set hat sich so ziemlich alles geändert durch die neuen Hygienevorschriften – Abstand, Masken, Lüften. Die Szenen wurden entzerrt: So dürfen beispielsweise im Brunnerwirt nicht mehr als vier, fünf Leute anwesend sein, man muss ja auch noch die Kameraleute einrechnen. Da mussten die Regisseure erst mal viel ausprobieren. Liebesszenen wurden natürlich nicht umgesetzt, es wird nicht mehr geküsst." Daniela Böhm, Redaktionsleiterin tägliche Serien und Eventserien beim BR

    Ausnahme: Ein lesbisches Pärchen, das auch im wirklichen Leben in einer Wohngemeinschaft zusammenlebt – da durfte dann Nähe und Berührung gezeigt werden.

    Germany’s Next Topmodel: Finale ohne Zuschauer

    Ähnliche Erfahrungen musste Jobst Benthues machen, Geschäftsführer der Produktionsfirma Red Seven Entertainment, einer hundertprozentigen Tochter von ProSiebenSAT.1. Die Vorbereitungen für das Finale von Germany’s Next Topmodel mussten erst einmal gestoppt werden, 400 Mitarbeiter wurden ins Home-Office geschickt.

    Statt vor 8.000 Zuschauern moderierte Heidi Klum das Finale schließlich zugeschaltet aus in ihrem Haus in Los Angeles. Das habe zwar trotzdem gute Quoten gebracht, so Benthues, aber: "Als Macher blutet einem da das Herz!"

    Kochshow ohne Koch am Herd

    Erfunden hat die Produktionsfirma im Frühjahr mit "The Taste" eine neue, Corona-gerechte Kochshow. Das sei sehr herausfordernd gewesen, mit einem durch eine externe Firma überwachten Sicherheitskonzept. "Spannend war, dass wir völlig Neues ausprobieren mussten, und dadurch hat sich auch die Dramaturgie der Sendung verändert", so Benthues. So konnten die Sterneköche nicht am Herd stehen und mitkochen, sondern es wurde eine Art "Distanzkochen" erfunden.

    Unterm Strich habe man sich jedes Format genau anschauen und neue Konzepte entwickeln müssen. Eine Menge Produktionen sind auch ausgefallen oder verschoben worden. Die Idee, solche Produktionen in diesem Herbst nachzuholen, wurde durch den zweiten Lockdown teilweise vereitelt. Alle TV-Produktionsfirmen und ihre Mitarbeiter – ob Schauspieler oder Dramaturgen, Ausstattungs- oder Cateringfirmen – haben daher aktuell mit großen Problemen zu kämpfen.

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