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Archiv: Robbie Williams bei einem Konzert in Stoke-on-Trent, Großbritannien, im Juni 2022

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XXL-Konzert mit Robbie Williams in München - Genuss oder Frust?

XXL-Konzert mit Robbie Williams in München - Genuss oder Frust?

Vor voraussichtlich 90.000 Besuchern wird Robbie Williams am Samstag auf dem Messegelände in Riem auftreten. Vorab gab es Ärger bei Fans über den Lageplan beim Kartenverkauf. Die Münchner Verkehrsbetriebe warnen zudem vor Engpässen bei der Abreise.

XXL-Konzerte mit teils hohen Ticketpreisen sorgen in München gerade für jede Menge Gesprächsstoff: Nach Andreas Gabalier mit 90.000 Besuchern und Helene Fischer mit 130.000 Besuchern steht nun an diesem Wochenende ein drittes größeres Open-Air bevor. Am kommenden Samstag wird der britische Sänger Robbie Williams auf dem Gelände der Messe in Riem auftreten. Erwartet werden diesmal gut 90.000 Menschen.

Verantwortlich für alle drei Mega-Konzerte zeichnet der österreichische Veranstalter Leutgeb Entertainment Group. Dreimal binnen eines Monats eine derart anziehungskräftige Veranstaltung mit teils hohen Ticketpreisen – für die Münchner Konzertveranstalter natürlich eine Konkurrenz: "Am Ende ist es wirklich eine Entwicklung, die nicht mehr zurückzudrehen ist", sagt Patrick Oginski, Vorstand des Verbands der Münchener Kulturveranstalter dem BR. "Für Blockbuster wie Bruce Springsteen, wie Coldplay, wie vielleicht auch Rammstein, da ist immer noch kein Ende der Fahnenstange zu sehen."

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Hoher Kostendruck: "Die Branche ächzt"

In München gibt es in der Branche gerade zwei Entwicklungen: Zum einen finden Mega-Events statt, die bei den Leuten viel Kaufkraft abschöpften, so Oginski in der "kulturWelt" auf Bayern 2. Bis zu 600 Euro werden da schon mal für ein VIP-Ticket fällig. Zum anderen leiden die kleineren und mittleren Konzerte an einem Überangebot und gleichzeitig unter einem hohen Kostendruck. "Die Branche ächzt. Es gibt sicherlich auch schon die ersten Shows, die abgesagt werden, weil eben zu wenig Personal da ist", sagt Oginski.

Diskussionen gebe es bei den Münchner Konzertveranstaltern allerdings nicht allein wegen der Zahl der Großevents, so Oginski: Der Konzertveranstalter Leutgeb wollte an Silvester ein Konzert mit der Band Rammstein auf der Münchner Theresienwiese durchführen – vor der rekordverdächtigen Kulisse von 145.000 Menschen.

Die Stadt München beschloss, Leutgeb die Theresienwiese zur Verfügung zu stellen. "Was uns gestört hat, ist, dass da ein Veranstalter vorrangig behandelt wird", so der Vorwurf von Oginski. Mitglieder seines Interessenverbandes hätten in der Vergangenheit auch schon die Theresienwiese angefragt – vergeblich. "Der Wirtschaftsreferent hatte sich ja mehr oder weniger beschwert, dass von uns keine fertigen Konzepte kommen. Auch da, bei Leutgeb, war es ja so, es gab eben kein Konzept." Trotzdem gab es schon mal das grundsätzliche OK vom Stadtrat. Auch wenn Leutgeb später das Konzert überraschend wieder abgeblasen hat, Oginski fordert gleiches Recht für alle.

Fan-Frust beim Ticketverkauf für Robbie Williams

Bei den Mega-Events, die auch wirklich stattfinden, läuft bei der Organisation nicht immer alles glatt: Beim Helene-Fischer-Auftritt vergangenen Samstag beschwerten sich zahlreiche VIP-Ticket-Besitzer über die Organisation und teilten später Videos in Sozialen Medien, wie sich Fans über Probleme beim Catering, lange Wege oder schlechte Plätze aufregten.

Auch beim anstehenden Robbie-Williams-Konzert gibt es schon vorab Frust bei einigen Fans, wie die Münchner Abendzeitung berichtet. Die Einteilung der Fan-Bereiche vor der Bühne ist nun offenbar ganz anders, als zum Zeitpunkt ihrer Ticket-Buchung – statt drei Laufstegen gibt es etwa plötzlich nur noch einen. Fans mit entsprechenden Karten befürchteten, dass das einen schlechteren Blick auf den Superstar bedeutet. Veranstalter Leutgeb sprach laut Abendzeitung von einem ursprünglichen "Übersichtsplan, der ausschließlich der Orientierung dient".

Engpässe bei der Abreise vom Konzert erwartet

Die An- und Abreise zum Robbie-Williams-Konzert könnte am Samstag herausfordernd werden. Über mehrere Seiten hinweg erklärt der Veranstalter im Web, wie man denn nun zu seinem Bereich vor der Bühne auf dem Messegelände in Riem gelangt. Die kostenlosen Parkplätze können da schon mal am anderen Ende der Stadt liegen – bei BMW am Hart, im Norden von München, oder am Volksfestplatz in Unterföhring.

Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzen will, sollte wissen: Am Wochenende ist die Stammstrecke zwischen Ostbahnhof und Hackerbrücke wegen Gleiserneuerungen gesperrt. Die MVG will zwar zusätzliche U-Bahnen einsetzen, warnt aber vor Engpässen, vor allem bei der Abreise. Es sei "zeitweise mit Überlastungen und längeren Wartezeiten zu rechnen". Der U-Bahnhof Messestadt Ost wird während der Abreise geschlossen, Züge fahren nur ab Messestadt West. Der wird allerdings gesperrt, sobald der Bahnsteig voll ist. Welche Auswirkungen das hat, wird sich Samstagabend zeigen.