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Keep smiling! Wie Lachen heilen kann | BR24

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Lachyoga wird von vielen belächelt - und unterschätzt! Doch schon die alten Griechen sollen Kranken den Besuch von Komödien empfohlen haben. Tatsächlich kann Lachen beachtliche Heilungsprozesse im Körper stimulieren.

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Keep smiling! Wie Lachen heilen kann

Lachyoga wird von vielen belächelt - und unterschätzt! Doch schon die alten Griechen sollen Kranken den Besuch von Komödien empfohlen haben. Tatsächlich kann Lachen beachtliche Heilungsprozesse im Körper stimulieren.

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Auch wenn die Redewendungen "kaputt lachen" und "totlachen" nicht unbedingt darauf schließen lassen: Lachen ist gesund. Das beweisen etliche Studien. Je länger und öfter man lacht, desto intensiver ist auch die heilende Wirkung. Wem das Lachen im Alltag zu kurz kommt, kann das Angebot von Lachtherapeuten nutzen. Denn Lachen hat nicht nur positive Auswirkungen auf die psychische, sondern auch auf die physische Gesundheit des Menschen.

Lachen statt Joggen

Der amerikanische Psychiater William Fry begründete 1963 die Gelotologie (gélōs, griech. für "Lachen") - die Forschung über die Effekte des Lachens. "Lachen ist Joggen im Sitzen", war eine seiner Thesen, da eine halbe Stunde Lachen vergleichbare Veränderungen im Blut bewirken soll, wie 30 Minuten Laufen.

Beim Lachen werden im Körper gleichzeitig über 100 Muskeln aktiviert. Nicht nur die Gesichtsmuskeln und das Zwerchfell werden beansprucht, sondern auch die Rücken-, Schulter- und Nackenmuskulatur. Diese spontane An- und Entspannung der Muskeln führt anschließend zu einer Tiefenentspannung im Körper, die auch von der Methode der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson bekannt ist. Durch die Muskelarbeit kommt außerdem der Kreislauf in Schwung, die Blutzirkulation wird angeregt und der Körper dadurch besser mit Sauerstoff versorgt. Lachen soll sogar eine blutdrucksenkende Wirkung haben und die Immunabwehr positiv beeinflussen.

Außerdem bremst das Lachen die Produktion von Stresshormonen wie Kortisol und Adrenalin, gleichzeitig wird die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin aktiviert. Mit diesem Wissen kann man seinen Körper austricksen. Psychologen empfehlen, bei traurigen Stimmungen und Stress die Mundwinkel nach oben zu ziehen und mindestens zehn Minuten zu lächeln. Auf diese Weise lässt sich die Stimmung positiv beeinflussen.

Lachtraining und Lachyoga

Lachtrainer und Lachtherapeuten nutzen genau dieses Wissen über die Heilkunst des Lachens in ihren Kursen. Cornelia Leisch ist die Vorsitzende des Europäischen Berufsverband für Lachyoga und Humortraining e.V. Die Lachtrainerin musste das Lachen selbst erst lernen. Sie war früher depressiv, keine Therapie half ihr. Bis sie zu einer Lachgruppe ging. Damit begann für sie ein neues Leben. Heute bietet sie Seminare und Lachtreffs an. Leisch weiß genau, was Kraft gibt: "Wir halten oft an Dingen fest, die wir gar nicht mehr brauchen. So geht viel Energie verloren. Beim Lachen lassen wir los", ist ihre Überzeugung. "Da können wir uns eigentlich gar nicht mehr halten, und deshalb gibt mir das Lachen auch so viel Kraft."

Lachen in der Medizin

Lachtherapie wird immer häufiger auch in Kliniken eingesetzt. In Krankenhäusern besuchen Klinik-Clowns nicht mehr nur Kinder, sondern auch erwachsene Schwerstkranke. Die heilsame Ablenkung wirkt wie Balsam für Seele und Körper. In Pflege- und Altenheimen hat man herausgefunden, dass eine Humor-Therapie auch eine äußerst positive Wirkung auf Demenzkranke hat. Auch Angestellte in Krankenhäusern können durch Lachtherapien Stress abbauen und neue Energie schöpfen. Für sie organisiert der Verein "Zeit des Lachens" mittlerweile an sechs Krankenhäusern in Bayern Lachyoga.

Gemeinsames Lachen verbindet

"Wir werden nie wissen, wie viel Gutes ein einfaches Lächeln vollbringen kann." Diese Aussage stammt von der Heiligen Mutter Theresa, die sich intensiv für die Pflege von Kranken und Sterbenden einsetzte. Denn ein nicht zu unterschätzender Aspekt in der Heilung sind Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Kommunikation. Ein aufmunterndes Lächeln und Augenkontakt helfen vielen Menschen, Energiereserven zu aktivieren und neue Motivation zu schöpfen.

Lachen hat in der Kommunikation von Menschen einen stark verbindenden Charakter. Das fühlt auch Sabine Gribl beim Lachtraining von Cornelia Leisch: "Es fühlt sich einfach wunderbar an, und dadurch, dass man sich beim Lachen in die Augen schaut, springt dieser Funke, diese Herzlichkeit, diese Liebe über."