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Katholiken in China: Deal des Papstes mit Peking auf der Kippe? | BR24

© picture-alliance/Pressefoto ULMER

Nicht mit allen chinesischen Katholiken ist der Umgang des Papstes so herzlich wie hier bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz 2016.

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    Katholiken in China: Deal des Papstes mit Peking auf der Kippe?

    Zwischen der katholischen Kirche in China und dem Vatikan herrscht seit Jahrzehnten Eiszeit. Papst Franziskus verfolgt einen umstrittenen Versöhnungskurs gegenüber Peking, doch der wird nun durch einen von Franziskus' eigenen Bischöfen boykottiert.

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    Von
    • Friederike Weede

    Die von Papst Franziskus vorangetriebenen Annäherungsversuche des Vatikans an China sind vorerst gescheitert. Beide Seiten liegen seit der Machtübernahme der Kommunisten 1949 in Peking in einem Dauerkonflikt, den der Papst nun beizulegen versucht. Die zehn Millionen Mitglieder starke katholische Kirche in China ist gespalten in die regimetreue sogenannte Patriotische Vereinigung und eine papsttreue Staatskirche, die weitgehend im Untergrund agiert.

    Untergrundkatholiken gegen Annäherung des Papstes an Peking

    Die papsttreue Untergrundkirche verurteilt den Friedenskurs von Franziskus gegenüber der regimetreuen chinesischen Kirche. Nun hat der papsttreue Weihbischof Vincenzo Guo Xijin aus der Diözese Mindong in der Küstenprovinz Fujian seinen Rücktritt bei Franziskus eingereicht – aus Protest gegen den römischen Versöhnungskurs.

    Romtreuer Weihbischof tritt aus Protest gegen Franziskus' Kurs zurück

    Der Rücktritt bedeutet das Aus für einen umstrittenen Deal, den Franziskus mit China eingegangen ist: Im Streit um die gegenseitige Anerkennung von Bischofsweihen hatte Franziskus sich vor zwei Jahren mit der regimetreuen chinesischen Staatskirche darauf verständigt, einen von der Patriotischen Vereinigung ernannten Bischof als rechtmäßig anzuerkennen.

    Papst-Kurs: Anerkennung von Bischöfen als Friedensangebot

    Ja, mehr noch: Bischof Guo Xijin von der romtreuen Untergrundkirche wurde damals sogar genötigt, seinen Bischofsposten für den von der chinesischen Staatskirche ernannten Zhan Silu zu räumen und als Weihbischof nur mehr als dessen Stellvertreter zu agieren. Durch die Anerkennung des chinesischen Bischofs versprach sich Franziskus, die Jahrzehnte währende Eiszeit zwischen China und Rom zu beenden.

    Erneuerung des Annäherungs-Deals gefährdet?

    Der Deal galt zunächst für die Dauer von zwei Jahren. Doch ausgerechnet jetzt, da die Abmachung erneuert werden müsste, stellt der Rücktritt von Weihbischof Guo Xijin alles in Frage. Kritiker des chinesischen Regimes werfen Papst Franziskus vor, sein versöhnlicher Kurs gegenüber China werde die Kirche "umbringen". Auch US-Außenminister Mike Pompeo forderte Franziskus kürzlich mit Verweis auf die Verfolgung religiöser Minderheiten in China dazu auf, den Deal mit China nicht zu erneuern.

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