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Kari Ikonen: Jazz zwischen Orient-Flair und abstrakter Kunst | BR24

© Audio: Bayern 2 / Foto: Tanja Ahola

Jazzpianist Kari Ikonen installiert das Maqiano auf seinem Flügel

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Kari Ikonen: Jazz zwischen Orient-Flair und abstrakter Kunst

Der Pianist Kari Ikonen war 2013 finnischer Jazzmusiker des Jahres, hat mit internationalen Größen wie Ingrid Jensen, Lee Konitz oder Louis Sclavis gespielt und leitet sein eigenes Jazztrio. Jetzt hat er ein sensationelles Soloalbum vorgelegt.

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Von
  • Bernhard Jugel

Das Cover des neuen Albums von Kari Ikonen ist ein Gemälde des russischen Malers Wassily Kandinsky. Und auch die Musik klingt oft, als habe der finnische Pianist die Pinselstriche des Malers in Musik übersetzt. Klänge und Motive setzen sich allmählich zu einem akustischen Bild zusammen. Auch den Albumtitel hat sich Ikonen von Kandinsky geborgt: Der Maler hat sein Gesamtwerk in "Impressionen, Improvisationen und Kompositionen" eingeteilt und Ikonen nennt sein Soloalbum analog dazu "Impressions, Improvisations and Compositions" – denn, so sagt er, manche seiner Stücke seien ausgefeilte Kompositionen, manche frei Improvisiert und andere Impressionen, inspiriert von Gemälden, von Geschichten oder von arabischen Skalen oder Maqams.

Eine neue Erfindung entlockt dem Konzertflügel Vierteltöne

Seit zwei Jahrzehnten beschäftigt sich Kari Ikonen schon mit arabischer Musik. Vor kurzem hat er ein Gerät erfunden, das es ihm ermöglicht, die für orientalische Musik so charakteristischen Mikrointervalle oder Vierteltöne auch auf einem Klavier oder einem Flügel zu spielen. Sein sogenanntes Maqiano wird einfach auf die Saiten aufgesetzt. Mittlerweile hat Ikonen das Gerät patentiert, demnächst will er es in Serie anfertigen lassen. Den Prototyp hat er jetzt auf seinem neuen Soloalbum eingesetzt. Einige seiner Stücke wie "Taqsim on Maqam Saba" oder "Trance Oriental" bekommen dadurch einen deutlich orientalischen Charakter.

Der Pianist als Klangzauberer

Die Spieltechniken, die Kari Ikonen auf seinem Soloalbum einsetzt, sind äußerst vielfältig. Mal benutzt er seinen Steinway-Flügel als Perkussionsinstrument, mal zupft und streicht er die Klaviersaiten mit der Hand. Auch seine musikalischen Einflüsse sind sehr divers – neben orientalischen oder fernöstlichen Klängen stehen typische Blues- und Jazzakkorde oder Anklänge an zeitgenössische E-Musik. Wer glaubt, die Klangmöglichkeiten des Solopianos im Jazz seien längst ausgereizt, dem beweist Kari Ikonen auf seinem neuen Album das Gegenteil. In kurzen, flüchtigen Skizzen oder in längeren, dramaturgisch ausgefeilten Kompositionen präsentiert er eine Art Werkschau seiner Spieltechniken und Klangvorstellungen, die auch als Gesamtkunstwerk überzeugt. "Impressions, Improvisations and Compositions" ist ein äußerst kurzweiliges Jazzalbum, das vom ersten bis zum letzten Ton zu faszinieren vermag.

© Ozella Music

Das Cover zum Album "Impressions, Improvisations and Compositions" von Kari Ikonen

"Impressions, Improvisations and Compositions" von Kari Ikonen ist bei Ozella Music erschienen.

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