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Kurienkardinal Walter Kasper bei einem Interview im Jahr 2014.

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    Kardinal Kasper: Situation bei Woelki ganz anders als bei Marx

    Papst Franziskus hat das Rücktrittsgesuch Kardinal Marx' abgelehnt. Freude darüber im Vatikan: der deutsche Kurienkardinal Kasper begrüßt die Entscheidung. Gleichzeitig deutet er an, dass es im Fall des Kölner Kardinals Woelki wohl anders aussieht.

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    Von
    • Johannes Reichart
    • Martin Jarde

    Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper begrüßt die Entscheidung des Papstes, Kardinal Marx weiter im Amt als Erzbischof von München und Freising zu belassen. Dem BR sagte Kasper, er sei froh, dass die päpstliche Entscheidung schnell gekommen sei.

    Kardinal Kasper: Hängepartie wäre nicht gut gewesen

    Eine lange Hängepartie wäre nicht gut gewesen, so Kasper. "Ein Rücktritt wäre meiner Ansicht nach nicht gut gewesen. Und jetzt wird er in seiner Art und seiner Energie, wie er das so macht, weitermachen." Ein Rücktritt wäre, laut Kasper, ein fatales Signal gewesen: "Einfach einen Bischof nach dem anderen 'abzuschießen' - das kann man ja auch nicht machen."

    Woelki fehlt das Vertrauen, weiter Bischof zu sein

    Im Konflikt rund um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und dessen Verhalten bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle sieht Kardinal Kasper die Sache anders gelagert. Er habe den Eindruck, dass das Vertrauen zwischen Erzbischof Woelki und der Erzdiözese "doch auf weite Strecken und zum hohen Prozentsatz in Schwierigkeiten" sei.

    "Ohne ein Grundvertrauen kann ein Bischof nicht lange Bischof sein." Kurienkardinal Walter Kasper

    Es müsse also nun geklärt werden, ob sich das Vertrauen überhaupt wiederherstellen lasse, analysiert Kasper die Situation. In Köln machen sich seit dieser Woche die Bischöfe von Stockholm und Rotterdam im Rahmen einer apostolischen Visitation ein Bild des Konflikts und berichten danach dem Papst.

    Botschaft des Papstes: Mit Gutachten rein waschen geht nicht

    Eine ähnliche Einschätzung hatte der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller bereits am Donnerstag abgegeben. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk sagte er: "Es ist eine schallende Ohrfeige für den Kölner Kardinal, was der Papst schreibt. Die zweite Botschaft des Briefes ist: Wir müssen uns als Kirche verändern und können uns nicht mit Gutachten rein waschen."

    Franziskus hatte an Marx geschrieben, die Kirche müsse sich der Krise aussetzen, aber "nicht alle wollen diese Tatsache annehmen". Es seien "nicht die Untersuchungen, die uns retten werden."

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