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J.K. Rowling: Mit neuem Märchen "Der Ickabog" gegen Corona-Krise | BR24

© Foto: Carlsen Verlag / Audio BR

Sorgt mit "Der Ickabog" für Unterhaltung in Krisenzeiten: Weil J.K. Rowling nicht wollte, dass sich Kinder während Corona weiter langweilen, stellte sie ein bisher unveröffentlichtes Märchen online.

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J.K. Rowling: Mit neuem Märchen "Der Ickabog" gegen Corona-Krise

Langeweile, Einsamkeit, Frust: Auch für Kinder ist ein Lockdown anstrengend. J.K. Rowling will mit ihrem Märchen "Der Ickabog" für Kurzweil sorgen. Für die Illustrationen des neuen Buchs hatte die Harry-Potter-Autorin Kinder um Einsendungen gebeten.

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Von
  • Imke Köhler

"Es war einmal ein kleines Land, das hieß Schlaraffien, und wurde seit Jahrhunderten von einer langen Reihe von Königen mit blondem Haar regiert..." So beginnt "Der Ickabog", ein Märchen über ein sagenumwobenes Ungeheuer, ein Königreich in großer Gefahr, über Machtmissbrauch, Mut und die Bedeutung von Freundschaft. Es ist ein Märchen, das J.K. Rowling schon vor über zehn Jahren als Gute-Nacht-Geschichte für ihre Kinder geschrieben hatte. Nur ist ist das Manuskript danach erst einmal auf dem Dachboden gelandet. Vor ein paar Jahren sagte Rowling in einem Interview, als sie danach gefragt wurde: "Oh, das war so ein Märchen..."

Ein Märchen als Ablenkung in der Corona-Krise

Sie war sich damals nicht sicher, ob sie es jemals veröffentlichen würde. Aber dann kam das Corona-Jahr 2020 und der Lockdown im Frühjahr, bei dem Millionen Kinder plötzlich zu Hause saßen und ihre Freunde nicht mehr treffen konnten. Da hat Rowling entschieden, das Märchen nicht einfach wie gewohnt als Buch zu veröffentlichen, sondern es online zu stellen – und die jungen Leser dazu aufzufordern, die Geschichte zu illustrieren. Nun kommt das Märchen, passend zum zweiten Lockdown, auf den deutschen Buchmarkt – als Buch, inklusive einiger der Illustrationen der Kinder.

Die 12-jährige Luna Schmidt aus Waabs in Schleswig-Holstein kennt das Märchen schon und dürfte diesen Tag dennoch unendlich herbeigesehnt haben. Denn sie hat es – nebst einigen anderen jungen Talenten – mit ihrem Bild in die Printausgabe geschafft. Luna hat "Fred den Furchtlosen" gemalt. Als sie die Geschichte gelesen habe, konnte sie sich schon ungefähr vorstellen, wie der aussah, erzählt sie im Interview: "Er hat mich irgendwie an meinen Bruder erinnert. Der hat auch solche Locken!" Irgendwie habe Fred sie eben angesprochen, also habe sie ihn gemalt.

© Carlsen Verlag

Buchcover von J.K. Rowlings Märchenbuch "Der Ickabog"

Die Überraschung war groß als die Familie aus dem Urlaub zurückkam und die E-Mail vorfand, dass Luna zu den Gewinnerinnen des Malwettbewerbs gehörte: "Ich habe mir das angeguckt und konnte es überhaupt nicht glauben! In der E-Mail stand, dass ich in einem Buch, das J.K. Rowling geschrieben hat, gewonnen habe – da haben wir uns einfach alle total gefreut!"

Malwettbewerb: Kinder durften das Buch mitgestalten

Es sind in der Tat kleine Meisterwerke im Buch zu sehen, die zeigen, wie sehr die Geschichte die Fantasie der Leser beflügelt hat. Die britische Kinderbuchautorin Nicola Rowley hatte sich schon im Frühjahr über die Online-Veröffentlichung gefreut: "Wenn Sie etwas anbieten können – eine Geschichte, ein Abenteuer, das die Kinder in eine märchenhafte Welt versetzt, dann glaube ich, dass das im Moment wirklich helfen kann."

Auch J.K. Rowling selbst hat offenbar große Freude am "Ickabog". Im Vorwort des Buches schreibt sie: "Dass ich ins Königreich Schlaraffien zurückkehren und abschließen konnte, was ich vor so langer Zeit begonnen hatte, zählt zu den schönsten Erfahrungen meines Lebens als Schriftstellerin!" Und auch auf eine weitere Weise soll das Buch gegen Corona helfen: Rowling will ihr gesamtes Honorar für "Der Ickabog" für wohltätige Zwecke zur Verfügung stellen und damit Menschen helfen, die von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen sind.

"Der Ickabog" von J.K. Rowling ist in der Übersetzung von Friedrich Pflüger bei Carlsen erschienen.

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