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Beliebt bei Mountainbikern: die Isartrails

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    Isartrails: Ein Lenkungskonzept lässt auf sich warten

    Im Isartal im Süden von München gibt es seit langem einem Konflikt: Mountainbiker lieben die anspruchsvollen Trails – Naturschutzverbände möchten das Isarufer bewahren. Jahrelang wurde an einem Lenkungskonzept gearbeitet. An der Umsetzung hapert es.

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    Von
    • Georg Bayerle

    Die Isartrails sind beliebt und vor allem an Wochenenden viel befahren. Nicht nur Münchner Mountainbiker nutzen die abwechslungsreichen Trails. Doch die Naturschützer sorgen sich um die Ufervegetation. Ein Lenkungskonzept soll beiden Seiten gerecht werden. Doch in der Praxis sieht es anders aus.

    Amphibien wie im Urwald

    Ein paar Schritte genügen, und man spürt, wie sich alles verwandelt: Moosbewachsene Äste liegen durcheinander, Baumpilze auf modrigen Stümpfen, Vogelstimmen sind zu hören. Wie im Urwald ist es unterhalb der Häuser von Grünwald. "So viele Amphibien- und Reptilienarten wie im Oberen Isartal gibt es in kaum einem anderen bayerischen Talraum", sagt der Naturkenner Manfred Siering, der auch Vorsitzender der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern ist. Er folgt einem breiten Pfad zu einer Quellpfütze, durch die mit Holzprügeln ein Weg gelegt wurde. "Solche Quelllebensräume sind eigentlich besonders streng geschützte Kleinlebensräume, weil hier sind mit Sicherheit 150 bis 200 Arten drin. Und sowas kaputt zu machen, indem ich hier einfach diese Hölzer reinschmeiße, und drüber radle, das läutet das Ende von so einem Kleinlebensraum ein."

    Isartrails: Todesspur für Frosch und Ringelnatter

    Die Isartrails sind beliebt bei den Münchner Mountainbikern. Kreuz und quer verlaufen die Wege durch das rund 100 Meter breite Stück Auwald entlang der Isar. In Tümpeln zwischendrin steht das Wasser. Doch: kein Froschlaich ist zu sehen. Eigentlich gehören Gras- und Springfrösche, Erdkröten, Ringel- und Schlingnatter zu den üblichen Bewohnern dieser sumpfigen Flusslandschaft. "Das ist eine Todesspur die hier durch den Wald gezogen wird. Die Mountainbiker sehen die kleinen Tiere nicht.“ Die kleinen Ringelnattern werden hier überfahren und liegen wie Schnürsenkel auf dem Weg.

    Abenteuerspielplatz oder Naturschutzgebiet?

    Sind die Uferhänge der Isar ein Abenteuerspielplatz oder ein als Natura 2000 europäisch geschütztes Gebiet, ein ökologischer Korridor von den Alpen bis München und darüber hinaus? Am Westufer in Pullach stand im Gemeinderat ein komplettes Mountainbike-Verbot zur Debatte.

    Wegewildwuchs soll verschwinden

    Jetzt haben sich die Mountainbiker der DAV-Sektion München zu Wort gemeldet, denn am Ende fürchten sie, den Kürzeren zu ziehen. Rund 1.400 Mitglieder hat die Gruppe um Uli Mund, der jahrelang an einem gemeinsamen Lenkungskonzept mitgearbeitet hat. Naturschutzverbände und Radsportvereine haben sich aufeinander zubewegt und ein naturverträgliches Lenkungskonzept vorgelegt. 78 Kilometer Mountainbikewege wären zukünftig festgeschrieben; teils Forstwege, teils Trails. Der ganze Wege-Wildwuchs soll verschwinden und Plätze wie der Grünwalder Urwald zu Schutzbereichen werden. Bisher aber gibt es keine Kennzeichnungen und schon gar nicht den vereinbarten Trail.

    Landratsamt zuständig für Umsetzung

    Selten waren sich alle Seiten so einig in der Forderung, das Lenkungskonzept endlich umzusetzen. Es hängt vor allem am Landratsamt München. Auf Nachfrage heißt es, dass das bis Ende des Jahres geschehen soll. Wenn nichts passiert, könnten am Ende alle Parteien die Verlierer sein.

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