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Iranische Kulturschätze zu Gast in Bonn | BR24

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Iranische Kulturschätze zu Gast in Bonn

Schon von der Stadt Susa gehört? Die war einst Mittelpunkt des größten Reiches der Welt: Persien, eine Hochkultur, die Silber und Gold hatte, Paradiesgärten und Schrifttafeln. All das ist jetzt in der Bundeskunsthalle zu sehen. Ulrike Gondorf

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Eine Schau, die sieben Jahrtausende aufrollt vor den Augen der Besucher; sieben Jahrtausende, deren Kunst und Kultur wohl für fast jeden völliges Neuland darstellen. Die meisten der rund 400 Ausstellungsstücke, die aus dem Nationalmuseum in Teheran nach Bonn gekommen sind, haben den Iran noch nie verlassen: Goldgefäße und Schmuck, Skulpturen und Waffen, Werkzeuge und reich verzierter Hausrat.

Spannend: Lieferscheine von vor 5000 Jahren

Eigentlich erscheint es komplett unwahrscheinlich, das ein von Wüsten und Gebirgen dominiertes, unwirtliches Land maßgeblich beigetragen hat zu den großen Kulturleistungen der Zivilisation. Aber Not macht erfinderisch: Der Kulturraum wurde dem Klima abgetrotzt mit Bewässerungsanlagen, die heute zum Welterbe des Irans zählen und florierende Oasenstädte hervorgebracht haben. Ein Tonmodell eines Wohnhauses aus dem 6. vorchristlichen Jahrtausend gibt Zeugnis davon. Oder die Inventarlisten und Rechnungen, die in einer heute noch nicht restlos entzifferten Schrift vor rund 5000 Jahren auf Tontäfelchen geritzt wurden und Schafe aufführen oder Getreidelieferungen.

Vasen, die wie Vögel aussehen

Ein Blickfang der Schau sind die Alabastergefäße: Schalen und Vasen, die ganz schlicht, fast modern wirken und durch die Transparenz des Materials magische Faszination entfalten. Auffällig und über die Jahrtausende immer wieder variiert macht sich auch eine besondere gestalterische Phantasie bemerkbar. Fast surreal wirken zum Beispiel die Trink- und Gießgefäße, die wie Mischwesen von Mensch und Tier erscheinen, auf hohen Vogelbeinen, mit extrem langen Schnäbeln, durch die die Flüssigkeit herausgegossen wurde.

Fazit: Eine unbedingt sehenswerte Ausstellung - und auch ein geglücktes Kooperationsprojekt mit dem Iran, über das sich Kuratorin Barbara Helwing in politisch bewegten Zeiten besonders freut.

Ausführliche Ausstellungskritik: Heute um 12.35 und 21.05 Uhr in der Sonntagskultur auf B5 aktuell.