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Internationaler Beethovenpreis für den Pianisten Igor Levit | BR24

© picture alliance / AP Images

Pianist Igor Levit

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Internationaler Beethovenpreis für den Pianisten Igor Levit

Von Kritik und Publikum wird Igor Levit derzeit für seine Gesamteinspielung aller Beethoven-Sonaten gefeiert. Er ist aber nicht nur als Musiker öffentlich präsent, sondern auch als engagierter Bürger. Dafür wird er nun mit dem Beethovenpreis geehrt.

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Der Internationale Beethovenpreis wird von der Beethoven Academy getragen. Igor Levit sei unbestritten einer der gefragtesten Beethoven-Interpreten unserer Zeit, teilte die Academy am Samstag mit, äußere sich aber auch regelmäßig mit Statements im Geiste des Humanismus. "Er bezieht dabei besonders Stellung für soziale Gerechtigkeit, gegen die Ausgrenzung bestimmter Gruppen und Minderheiten und gegen den Klimawandel."

Ein Künstler, der sich als Bürger einmischt

Das wichtigste Medium für Levits Einmischung in die öffentliche Debatte ist der Kurznachrichtendienst Twitter. Dort hat er mehr als 33.000 Follower, nimmt politisch Stellung und schaltet sich in gesellschaftliche Diskussionen ein, indem er sich klar positioniert, zum Beispiel für Feminismus und Toleranz, gegen Antisemitismus und Diskriminierung. Und er postet immer wieder auch kurze, puristische Klavier-Videos für seine Fans. Levits Selbstbeschreibung auf Twitter lautet: "Citizen. European. Pianist" – die Reihenfolge dürfte nicht zufällig sein: Sein Engagement als Bürger und seine Leidenschaft für das Projekt Europa sind Levit sehr wichtig.

Levit, geboren 1987 in Nizhni Nowgorod, übersiedelte im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte in Hannover, gewann 2005 als jüngster Teilnehmer beim Arthur Rubinstein Wettbewerb in Tel Aviv Silber. Viele weitere Auszeichnung folgten. Nun also der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion. Die Academy zitiert Igor Levit in ihrer Mitteilung zur Preisvergabe mit dem Satz, Beethovens Humanismus, diese "universelle Idee", mache den Komponisten zu einer zentralen Figur in seiner Arbeit und sei für ihn immer von allergrößter Bedeutung gewesen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird am 6. Dezember in Bonn vergeben.

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© BR

Der Pianist Igor Levit brennt für die Musik Beethovens. Gerade hat er im Vorgriff auf das kommende Beethoven-Jahr sämtliche Klaviersonaten von seinem Idol eingespielt: Absolut hörenswert, findet Bernhard Neuhoff.