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Arme Schulschwestern in Regensburg: Hilfe für junge Männer | BR24

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Kloster der Armen Schulschwestern steht auf einer Stadtinsel mitten in Regensburg

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    Arme Schulschwestern in Regensburg: Hilfe für junge Männer

    Die Armen Schulschwestern leben in Stadtamhof. Die Stadtinsel ist umflossen vom Europakanal und einem Arm der Donau, sowie vom Regen. Eine Idylle von der viel Gutes ausgeht. Und die für einige junge Männer zur Rettungsinsel wurde.

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    Fünf Ordensschwestern leben an dem Ort, an dem Karolina Gerhardinger 1797 geboren worden ist. Das ehemalige Geburtshaus steht nicht mehr, lediglich der Brunnen im Garten soll noch aus ihrer Zeit stammen. Das Kloster selbst wurde 1980 neu erbaut. Die Tochter des Schiffsmeisterehepaars Willibald und Franziska Gerhardinger gründete den Orden der Armen Schulschwestern. Sie setzte sich für die Bildung und Erziehung der unteren Bevölkerungsschichten ein, um ihnen bessere Lebensperspektiven zu ermöglichen. Eine wahre Powerfrau, findet auch Schwester Irmhild Rother, Oberin im Kloster und sagt: „Sie war auch durchsetzungsfähig. Sie war eigentlich klein von Gestalt, aber groß von Geist.“

    Einsatz für die Armen

    Und auch die fünf Ordensschwestern sind wahre Powerfrauen. Sie arbeiten in der Obdachlosenhilfe mit, betreuen Kranke und geben Essen an Bedürftige aus. Schwester Barbara Silberhorn engagiert sich in der Flüchtlingshilfe. Zusammen mit anderen Regensburger Freiwilligen hat sie Masken für die Flüchtlinge auf den griechischen Inseln genäht, insgesamt waren es 35.000 Stück. Seit 2014 betreut die ehemalige Volksschullehrerin Asylsuchende.

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    Gere, Alexander und Abady mit Schwester Barbara im Klostergarten

    Gere, Alexander und Abady sind vor der Militärdiktatur aus Eritrea über das Mittelmeer geflüchtet. Die 78-Jährige unterstützt sie bei der Wohnungssuche und bei Behördengängen. Sie handelt im Sinne der Ordensgründerin. "Das war eigentlich ihr Anliegen, den Armen den Vorrang geben, und ich glaube, die Armen sind es, die Heimat und Familie verlassen müssen und jetzt wieder Schwierigkeiten haben", sagt die Ordensschwester. Gere, Alexander und Abady kommen gerne ins Kloster. Ihre Familien haben die jungen Männer in ihrer alten Heimat zurücklassen müssen. Sie sind froh, dass sich Schwester Barbara um sie kümmert. Alexander vergleicht sie gerne mit einer Mutter: "Also eine Mutter sorgt für die Familie, was ihr Kind alles braucht. Und Schwester Barbara schaut auf alle, egal ob Christ oder Muslim, ob schwarz oder weiß" sagt der junge Mann aus Eritrea.

    Mehr zum Thema am Mittwoch, 15. Juli 2020 um 19 Uhr in STATIONEN im BR-Fernsehen und im Anschluss in der BR-Mediathek.