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Ingolstadt: Christen beten für die Auto-Branche | BR24

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Viele Mitarbeiter der Autoindustrie sind in Zeiten von Dieselskandal und rasantem technologischen Wandel verunsichert. Vor diesem Hintergrund vernetzen sich Christen in der Branche. Jetzt haben sie sich in Ingolstadt zum Gottesdienst getroffen.

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Ingolstadt: Christen beten für die Auto-Branche

Arbeiter, Ingenieure, Manager, die "aus Überzeugung" in der Auto-Branche arbeiten, feiern Gottesdienst in Ingolstadt. Denn die "Christen in der Automobilindustrie" verbindet nicht nur die Liebe zum Auto, sondern auch ihr Glaube.

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Ein Gospelchor singt beim ersten (markenübergreifenden und ökumenischen) Autobranchen-Gottesdienst in Ingolstadt, veranstaltet vom deutschlandweiten Netzwerk "Christen in der Automobilindustrie", dem inzwischen 1.000 Mitarbeiter deutscher Firmen angehören. Die Stimmung ist gut, auch wenn sich unter vielen Mitarbeitern in der Branche Krisenstimmung ausbreitet.

"Wir beten für Kollegen, aber auch für unsere Chefs und das Management"

Es geht um Zukunftsängste, um den eigenen Arbeitsplatz - alleine bei Audi sollen bis 2025 rund 9.500 Stellen wegfallen - aber auch um die Branche an sich, die sich im Wandel befindet. Stichwort Elektromobilität. 200 Firmenangehörige, viele von Audi, aber auch von VW und Daimler sind zum Gottesdienst gekommen, den das Netzwerk "Christen in der Automobilindustrie" nutzte, um sich vorzustellen.

"Unser Glaube macht nicht am Werkstor halt."

Der Dieselskandal spielte keine große Rolle, es war kein Bußgottesdienst. Und doch beschäftigt das Thema die Christen in der Automobilindustrie. "Es ist wichtig, dass man ehrlich damit umgeht und dass man die Fehler auch benennt", sagt der Netzwerk-Gründer Pastor Peer-Detlev Schladebusch aus Hannover. "Die Firmenleitungen müssen sich wieder auf christliche Werte besinnen", fügt einer der Besucher hinzu.

"Glaube ist vielleicht doch nicht nur Privatsache. Wenn man gute christliche Werte hat, warum sollte man die nicht in die Firma mitnehmen, wenn die Firma davon profitieren kann? Ehrlichkeit, Loyalität, Treue, Wahrheit - da muss keine falsche Bescheidenheit sein." Christian Orlamünder (Audi), Organisator des Gottesdienstes

"Christen in der Automobilindustrie" ist ein Netzwerk von Christen aus katholischen, evangelischen und freikirchlichen Gemeinden, die sich in den Werken regelmäßig zu Gebetskreisen treffen. Bei Audi in Ingolstadt alleine gibt es drei solche Kreise, die einmal pro Woche in der Mittagspause gemeinsam beten.

© picture alliance/Benoit Doppagne/BELGA/dpa / BR / Barbara Schneider / Bearbeitung: BR

Flyer aus dem Gottesdienst für die Automobilindustrie mit der Aufschrift "Gott lieb(t) Daimler"