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Gewalttätige Vergangenheit: Eroberung von Mexiko durch Hernando Cortez

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    Indigene Kunst: Mexiko will Versteigerung in München verhindern

    Das Auktionshaus Gerhard Hirsch Nachfolger bekam unangenehme Post von der mexikanischen Botschaft: 74 eingereichte Objekte würden vom Schwarzmarkt stammen und stünden somit unter Raubkunst-Verdacht, ihre geplante Versteigerung sei eine Straftat.

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    Von
    • Peter Jungblut

    Nicht zum ersten Mal versucht Mexiko, eine Auktion von Kunstgegenständen aus der Zeit vor der "Entdeckung" Amerikas durch Kolumbus (1492) zu unterbinden. Jetzt traf es ein Münchner Unternehmen. Wie der mexikanische Botschafter in Deutschland, Francisco Quiroga, per Twitter verkündete, schrieb er am 9. September einen geharnischten Brief an die Inhaberin von "Gerhard Hirsch Nachfolger" in der Münchner Prannerstraße, Francisca Bernheimer.

    Darin heißt es, "normalerweise" kämen die meisten mittelamerikanischen Objekte aus der Epoche der Maja- und Azteken-Kultur, die auf dem Kunstmarkt im Umlauf sind, aus "illegalen Quellen". Die "Kommerzialisierung" reiße solche Kostbarkeiten aus ihrem historischen Zusammenhang.

    Mexikos Botschaft: "Illegal aus Mexiko gestohlener Gegenstand"

    "Seit 1934 verbietet die mexikanische Gesetzgebung die Ausfuhr nationaler archäologischer Schätze", so der Botschafter: "Wenn ein Stück im Ausland keine Exportzertifikate hat, wird davon ausgegangen, dass es sich um einen gestohlenen und illegal aus Mexiko gestohlenen Gegenstand handelt." Ein Gutachten des Instituto Nacional de Antropología e Historia (INAH) habe kürzlich gezeigt, dass 61 Prozent aller weltweit gehandelten präkolumbianischen Objekte aus dubiosen Quellen kommen.

    In einem weiteren Brief der Kulturministerin Alejandra Frausto heißt es, das INAH habe den Münchner Auktionskatalog überprüft und dort 74 Stücke identifiziert, die "Eigentum der mexikanischen Nation" seien. Die Veräußerung der Objekte sei daher strafbar.

    Schätzpreise bis zu 100.000 Euro

    Bei der geplanten Versteigerung am 21. September sind vor allem Objekte aus dem mexikanischen Hochland aus der Zeit von 500 bis 1500 nach Christus aufgerufen. Die Schätzpreise bewegen sich zwischen rund 100 Euro für Schalen mit geometrischem Ritzdekor und 100.000 Euro für eine Gesichtsmaske eines Würdenträgers der Olmeken von der zentralen Küste Mexikos.

    In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem BR heißt es vom Auktionshaus, alle angebotenen Objekte verfügten über Herkunftsnachweise, die belegten, dass sich die Stücke "legal in Deutschland befinden": "Zudem liegen Gutachten namhafter Institute zur Echtheit vor. Sämtliche Objekte der Auktion wurden durch das Art Loss Register überprüft." Mündlich wollte sich das Unternehmen auf Anfrage zunächst nicht äußern.

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