ARCHIV - 08.05.2023, USA, Los Angeles: Fran Drescher, Präsidentin der Gewerkschaft SAG-AFTRA , wird bei einer Kundgebung der Writers Guild of America vor dem Studio Paramount Pictures in Los Angeles interviewt.
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SAG-AFTRA-Präsidentin Fran Drescher

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In Hollywood stehen die Zeichen auf Streik

Es droht ein großer Streik in Hollywood: Die Frist für eine Einigung zwischen der "SAG-AFTRA", der Gewerkschaft der Filmschaffenden, und den Filmstudios ist Mittwochnacht (Ortszeit) abgelaufen. Beide Seiten konnten sich nicht einigen.

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In vier Verhandlungswochen konnten die Verhandlungsführer der Filmschaffenden und der Filmstudios keine Einigung der Parteien erzielen, eine entsprechende Deadline ist am Donnerstag abgelaufen. Ob es, wie angedroht, zu einem Streikaufruf kommt, blieb zunächst unklar.

Die Gewerkschaft "SAG-AFTRA" – die Abkürzung steht für die "Screen Actors Guild‐American Federation of Television and Radio Artists" – hat verkündet, dass die großen Studios – darunter Amazon, Disney, Universal, Netflix und Paramount sowie Warner Bros. Discovery – den Filmschaffenden kein faires Angebot unterbreitet hätten. Die Schauspielerinnen und Schauspieler fordern unter anderem bessere Vergütung und die Regelung des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz in der Branche.

Am Donnerstagmorgen (Ortszeit) werde darüber abgestimmt, ob gestreikt werden solle, teilte SAG-AFTRA auf Twitter mit. Um 12 Uhr Ortszeit (21 Uhr unserer Zeit) soll es eine Pressekonferenz der Gewerkschaft in LA geben, wo der Streik wahrscheinlich verkündet wird.

Historische Gehaltserhöhungen?

Es wäre ein harter Schlag für die Unterhaltungsindustrie, die schon den zweiten Streik der Drehbuchautoren verkraften muss und ohnehin noch an den Einbußen durch die Pandemie leidet. Die Gewerkschaft der Filmstudios zeigt sich enttäuscht über den Verhandlungsabbruch und beteuert den Filmschaffenden "historische" Gehaltserhöungen angeboten zu haben: solide Vorauszahlungen, höhere Ruhestandsbezüge und Krankenversicherungsbeträge sowie einen geregelten Einsatz von KI.

Die Gewerkschaft SAG-AFTRA unter dem Vorsitz von Schauspielerin Fran Drescher ("Die Nanny") hat mehr als 160.000 Mitglieder, darunter Schauspieler für Film und Fernsehen, Stuntleute, TV-Journalistinnen und Moderatoren. Ein Streik beträfe aber nur Schauspieler und Schauspielerinnen für Serien und Filme. Er wäre für sie alle bindend, sie dürften dann nicht vor der Kamera arbeiten.

Mit Material der dpa

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