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Büchereien: Staatsregierung erlaubt "Click and Collect" | BR24

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Bildrechte: Sylvia Bentele/dpa-Bildfunk

Jetzt ist auch im Freistaat "Click and Collect" in Büchereien möglich: Kunstminister Sibler begrüßte die "kontaktlose Ausleihe". Die Politik appelliert an Leser, dass Angebot "verantwortungsbewusst" zu nutzen. Beim Abholen ist eine FFP2-Maske nötig.

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Büchereien: Staatsregierung erlaubt "Click and Collect"

Nach viel Kritik ist jetzt auch im Freistaat "Click and Collect" in Büchereien möglich. Beim Abholen muss man eine FFP2-Maske tragen. Kunstminister Sibler begrüßt die "kontaktlose Ausleihe" - Gesundheitsminister Holetschek appelliert an die Vernunft.

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Von
  • Peter Jungblut
  • Maximilian Heim

Während andere Bundesländer den Sortiments-Buchhandel teils geöffnet hielten und in den Bibliotheken die Abholung von Büchern "kontaktfrei" erlauben, war "Click and Collect" in Bayerns Büchereien in den vergangenen Wochen nicht möglich. Jetzt aber hat das bayerische Kabinett umgesteuert - und die "Abholung vorbestellter Bestände" doch erlaubt.

Dafür sollen die gleichen Regeln beachtet werden, die auch für "Click and Collect" im Einzelhandel gelten. Man muss also beim Abholen eine FFP2-Maske tragen und den Mindestabstand einhalten. Zudem braucht es in den Büchereien und Bibliotheken ein Hygienekonzept. Es dürfe auch "keine Ansammlung von Wartenden" geben, wie die Staatskanzlei mitteilt.

Wild: Nicht jeder kann sich Bücher kaufen

Vergangene Woche hatten Vertreter der bayerischen Opposition darauf gedrängt, "Click and Collect" auch in Büchereien und Bibliotheken zu ermöglichen. Die SPD-Landtagsabgeordnete Margit Wild sprach damals von einem "Armutszeugnis der Staatsregierung", ausgerechnet Büchereien von der Regel auszunehmen. Nicht jeder könne sich während der Corona-Pandemie Bücher kaufen. Auch für die vielen Schüler im Distanzunterricht könnten Büchereien eine wertvolle Ergänzung sein, betonte Wild.

Die Grünen-Fraktion im Münchner Stadtrat forderte zuletzt in einem offenen Brief an die Staatsregierung, in den Büchereien einen Abholservice zu ermöglichen. Auch die Freien Wähler, Koalitionspartner der CSU, sprachen sich vor dem heutigen Kabinettstreffen für "Click and Collect" in den Büchereien aus. "Was für den Einzelhandel möglich ist, sollte gerade in Zeiten von Homeschooling und Lockdown auch für Büchereien zugelassen werden", betonte Kerstin Radler, kulturpolitische Sprecherin der Freien-Wähler-Fraktion. "Büchereien und Bibliotheken sind für alle, die gerne lesen, aber sich die Anschaffung von Büchern nicht leisten können, unverzichtbar."

Sibler: "Unermesslicher Wert der Bücher"

Bayerns Kunst- und Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) sagte nach der Entscheidung, er habe sich "mit aller Kraft" dafür eingesetzt. "Damit haben die Bürgerinnen und Bürger Zugang zu Leihmedien, während wir Kontakte zum Schutz der Gesundheit weiter reduziert halten. Als Kunst- und Wissenschaftsminister weiß ich um den unermesslichen Wert der Bibliotheken für unsere Gesellschaft." Die vorübergehende Schließung von Büchereien und Bibliotheken empfinde er als "sehr schmerzhaft", betonte Sibler.

Der Bayerische Bibliotheksverband begrüßte die Entscheidung. Der Vorsitzende Gerhard Hopp sprach in einer Mitteilung von einem "ganz wichtigen Beitrag, um gerade in diesen Wochen mit der Fortsetzung des Lockdowns Familien, Studenten und Schüler zu unterstützen". Die Änderung solle "zeitnah umgesetzt werden, sodass die öffentlichen und wissenschaftlichen Büchereien und Bibliotheken in Bayern bald wieder Abholdienste anbieten können".

Holetschek: "Halten Sie Abstand!"

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) appellierte an die Nutzer von Bibliotheken, das neue Angebot "verantwortungsbewusst zu nutzen und die Schutz- und Hygieneregeln entsprechend einzuhalten". Weiter erklärte Holetschek: "Obwohl hier mit wenig Publikumsverkehr zu rechnen ist, muss sich jeder beim Abholen der Bücher durch eine FFP2-Maske schützen. Ich appelliere auch: Schützen Sie auch die Menschen um sich herum! Halten Sie Abstand!"

Die Archive bleiben in Bayern für den Publikumsverkehr derweil weiter geschlossen. Auch für den Buchhandel gelten in Bayern keine neuen Regeln - das heißt, dass Online-Bestellungen mit postalischer Zustellung oder kontaktloser Abholung möglich sind.

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