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Geschäftstelle des Bayerischen Roten Kreuzes in Nürnberg vor weißblauem Himmel.

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    Im Dienste der Menschen: 100 Jahre Deutsches Rotes Kreuz

    Sie retten Leben: an Land, zu Wasser, aus der Luft und in Katastrophengebieten – die Helfenden des Deutschen Roten Kreuzes. Mehr als drei Millionen Mitglieder zählt der gemeinnützige Verein. Gegründet wurde er am 25. Januar 1921 in Bamberg.

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    Von
    • Agnieszka Schneider

    Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist ein Teil der "Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung", die mit nationalen Gesellschaften in 192 Ländern die größte humanitäre Organisation der Welt ist. Gegründet wurde der Verein vor 100 Jahren in Bamberg, seinen Sitz hat das DRK in Berlin. Das Deutsche Rote Kreuz ist Dachverband von 19 DRK-Landesverbänden und dem Verband der Schwesternschaften vom DRK.

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    Bildrechte: Copy Erhardt Freund 1979 / DRK

    DRK der DDR: Jugendrotkreuz, Mitglieder bei einer Erste Hilfe Übung auf dem Jugendfestival in Berlin.

    Hilfe für alle, die Hilfe brauchen

    Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen in Notsituationen zu unterstützen. Die zahlreichen Hilfsmaßnahmen richten sich an Kinder, Familien, Senioren und Menschen mit Behinderung – an alle, die aufgrund von existenziellen Engpässen ihren Alltag nicht mehr alleine stemmen können. Der Verein legt ihren Fokus auf die Bedürfnisse und die individuelle Lebenssituation des einzelnen.

    Arbeit in Afrika, Asien, Nahost und Lateinamerika

    Derzeit arbeitet das DRK auch in ca. 50 Ländern in Afrika, Asien, Nahost und Lateinamerika. Die Schwerpunkte der Projekte im Ausland liegen in der Hilfe bei Katastrophen, bei der Trinkwasserversorgung, der Armutsbekämpfung, dem Wiederaufbau sowie der Unterstützung beim Kampf gegen Epidemien – wie auch aktuell weltweit gegen Corona. Um all das zu leisten, braucht es sozial engagierte Menschen. "Von Anfang an spielte das ehrenamtliche Engagement im Deutschen Roten Kreuz eine sehr große Rolle. Das Ehrenamt wird auch in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen, wenn es darum geht, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland zu stärken", sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt.

    Immer mehr Ehrenamtliche im Einsatz

    Aktuell sind mehr als 440.000 Ehrenamtliche in verschiedenen Bereichen im Einsatz für das Deutsche Rote Kreuz. Seit 15 Jahren verzeichnet der Verein steigende Zahlen an Freiwilligen. Die erfreuliche Entwicklung schreibt das DRK teilweise der Flüchtlingskrise ab 2015 zu. Um die Flüchtlinge in den zahlreichen Unterkünften zu unterstützen, haben sich viele spontan beim Roten Kreuz gemeldet – viele von ihnen sind danach zu festen Ehrenamtlichen geworden.

    Essen auf Rädern

    Besonders während der Corona-Krise versorgt das Rotes Kreuz mit dem Projekt "Essen auf Rädern" bundesweit täglich 170.000 Menschen mit dem Menü-Bringdienst. In rund 480 Einrichtungen werden die hochwertigen Essenspakete aufbereitet. Mit einem Fahrdienst ermöglicht das Rote Kreuz zudem Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen die gewohnte Mobilität.

    Wasserwacht, Bergwacht, Krankenpflege

    Mittlerweile können sich die Ehrenamtlichen auf verschiedene Bereiche beim Roten Kreuz bewerben: Wasser- oder Bergwacht, Krankenpflege, Jugendrotkreuz oder Nachbarschaftshilfe. Die Möglichkeiten, sich zu engagieren, sind sehr vielfältig. Die Interessierten können nach persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten entscheiden, welche der Aufgaben - ob nur kurzfristig oder projektgebunden - sie wählen. In vielen Fällen kann das berufliche Können sinnvoll eingesetzt werden. Vorkenntnisse und Fähigkeiten, wie zum Beispiel beim Rettungsschwimmer bei der Wasserwacht, sowie eine weiterführende Ausbildung sind in einigen Bereichen auf alle Fällen notwendig. Das DRK stellt dafür auch entsprechende Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote zur Verfügung. Während der Corona-Pandemie werden diese online abgehalten.

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    Bildrechte: DRK

    Erster Weltkrieg: motorisierter Krankenwagen und Heeressanitäter der 8. deutschen Armee in Darkehmen / Ostpreußen im Jahr 1915.

    Prominente Unterstützer bei der Blutspende

    Anfang der 50er Jahre erhielt das DRK als erste Institution überhaupt den Auftrag für die flächendeckende Versorgung von Kliniken und Arztpraxen mit Blutpräparaten. Der erste Blutspendetermin fand 1952 in Gelsenkirchen satt. Mittlerweile deckt das DRK etwa 75 Prozent des bundesweiten Bedarfs an Blutkonserven. Davon werden täglich in ganz Deutschland 14.000 benötigt – vorrangig nach Unfällen, bei Operationen oder in der Krebstherapie. Doch nur ca. drei bis fünf Prozent der Deutschen gehen zur Blutspende. Prominente wollen in Kampagnen auf die Wichtigkeit der Blutspende aufmerksam machen.

    Sportler werben fürs Rote Kreuz

    Einer von ihnen ist der FC Bayern München Fußballer Jérôme Boateng. Auch der Bayerische Handball Verband wirbt für ein solidarisches Miteinander. "Der BHV möchte mit der Partnerschaft auch seiner gesellschaftlichen Verantwortung außerhalb des Spielfeldes gerecht werden und hierbei seinen Beitrag zu Solidarität, Mitgefühl und Engagement leisten, denn für viele Menschen ist Blutspenden überlebenswichtig", sagt BHV-Geschäftsführer Thomas Reichard. Mit Logos auf Trikots und Shirts der Spieler sowie auf digitalen Plattformen setzt der Verband ein sichtbares Zeichen der Notwendigkeit der Blutspende.

    Keine Angst vor Spritzen

    Eine, die über die Blutspende zum Roten Kreuz kam, ist Dorothee Bär, die Staatsministerin für Digitales. Bereits als Kind begleitete sie ihre Eltern zu den Blutspendeterminen. "Da durfte man sich danach auch etwas aussuchen und das durfte ich mir für meine Eltern aussuchen. Und ich wollte aber auch schon sehr früh Blut spenden, weil ich auch nie Angst vor Spritzen hatte", erzählt die gebürtige Bambergerin. "Also ich gehe natürlich in Bayern regelmäßig Blut spenden und ich bin jetzt seit fast 20 Jahren im Bundestag, da gibt es das ja auch, dass man im Bundestag Blut spenden kann – wobei das immer ganz lustig ist, weil das BRK und das DRK natürlich miteinander Rittern, wo es dann auch zählt. Deshalb habe ich auch zwei unterschiedliche Blutspendenausweise bzw. Sammelstellen, weil das zählt ja leider nicht zusammen", fügt sie hinzu. Bär war in ihrer Jugend außerdem als Rettungsschwimmerin beim Bayerischen Roten Kreuz unterwegs und das Thema Schwimmunterricht für Kinder liegt ihr bis heute besonders am Herzen.

    So informiert das Rote Kreuz über seinen Blutspendedienst.

    © Copyright Erhardt Freund 1979 / DRK
    Bildrechte: Copyright Erhardt Freund 1979 / DRK

    Ausgabe von Milch an Bedürftige durch das DRK: Stand des DRK in Saarbrücken, umringt von Bevölkerung in den 20er Jahren.

    Rotes Kreuz übernimmt Tafel

    Die Rettung von Menschenleben, die Blutspende – einer der ältesten Dienste beim DRK - sowie die Erste-Hilfe-Kurse gehören in der langen Tradition des Vereins zu den wichtigsten Einsatzbereichen. Doch auch neuen Aufgaben und Herausforderungen stellt sich der Verein. Seit 2017 ist das Bayerische Rote Kreuz in Nürnberg – der Kreisverband des DRK - federführend bei der Essensausgabe für Bedürftige. Nachdem der frühere Träger wegen der Überlastung seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter in Schwierigkeiten geraten war und sich kein Nachfolger finden ließ, beschloss das Rote Kreuz, die Tafel weiter zu führen. Etwa vier bis fünf Tonnen Lebensmittel holen die Freiwilligen des Roten Kreuzes Woche für Woche bei den Spendern ab und bereiten es für die Ausgabetermine vor.

    Das ist eine logistische Meisterleistung und nur durch die Unterstützung der circa 180 BRK-Ehrenamtlichen und weiterer Helfer möglich. An acht Ausgabeorten zu sechs Terminen in der Woche stehen bedürftigen Menschen in Nürnberg Obst, Gemüse, Fleischwaren, Brot- und Backwaren zur Verfügung. Unterstützung – vor allem in der Organisation der Orte für die Essensausgabe - bekommt das Rote Kreuz von Unternehmen und kirchlichen Verbänden. Auf diese Weise können jeden Tag ca. 400 Alleinstehende und Familien, die einen Tafelausweis besitzen, versorgt werden.

    Neben der Tafel betreibt die Wohlfahrtsorganisation Gebrauchtwarenhallen sowie Familienzentren und Mehrgenerationenhäuser. Am 8. Mai 2021, am Weltrotkreuztag findet eine Jubiläumsfeier des Deutschen Roten Kreuzes in Bamberg statt.

    So berichten Zeitzeugen des Roten Kreuzes über ihre Erlebnisse.

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