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"Ich muss mich an meine Figuren heranzeichnen"

Barbara Yelin, geboren 1977 in München, gehört mittlerweile zu den wichtigsten Comiczeichnerinnen in Deutschland. In ihren Comics beschäftigt sie sich immer wieder mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Von Niels Beintker

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Einem größeren Publikum bekannt wurde Barbara Yelin, seit einigen Jahren wieder in München zu Hause, mit ihrem großen Comic-Roman "Irmina", der Geschichte einer Mitläuferin im "Dritten Reich". Sie zeichnet und erzählt, wie eine weltoffene, lebensfrohe Frau an der Seite eines aufstrebenden Architekten dazu kommt, das verbrecherische Regime der Nationalsozialisten nicht mehr in Frage zu stellen.

Channa Maron

Der im September erscheinende neue Comic von Barbara Yelin "Vor allem eins: sei selbst dir treu" erzählt eine Gegengeschichte. Sie handelt von der israelischen Schauspielerin Channa Maron, geboren 1923 in Berlin als Hanna Meierzak, ein Kinderstar im Theater und im Kino.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh die Familie von Hanna nach Palästina, dort wurde sie eine große Theaterschauspielerin. 1970 wurde Channa Maron Opfer eines palästinensischen Anschlags auf dem Münchener Flughafen. Sie verlor einen Fuß, kehrte aber auf die Bühne zurück. Ihre Darstellung der Medea hat Theatergeschichte geschrieben.

Für den Frieden

"Eine andere Konsequenz aus diesem Attentat war Channa Marons Engagement für die Friedensbewegung", sagt Barbara Yelin im Gespräch mit dem BR. Die Schauspielerin, die 2014 starb, habe die Gründung eines eigenen palästinensischen Staat befürwortet.

Der Comic entstand auf Anregung des Goethe-Instituts Tel Aviv. In ihrem neuen Projekt will Barbara Yelin von der Gegenwart erzählen. "Ich bin nicht allein auf die Zeitgeschichte festgelegt." Für ihre Arbeit erhielt Barbara Yelin gerade den Max-und-Moritz-Preis als beste deutschsprachige Comic-Zeichnerin.