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Heinz-Christian Strache: Im Zentrum der "Ibiza"-Affäre

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    Ibiza-Affäre wird verfilmt: Sky plant "packenden Polit-Thriller"

    Es war einer der größten Polit-Skandale Österreichs: Im Mai letzten Jahres veröffentlichten Medien ein Video, auf dem ein Treffen von Politikern mit einer angeblichen russischen Oligarchin auf Ibiza zu sehen war. Jetzt wird daraus ein TV-Vierteiler.

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    Von
    • Peter Jungblut

    Der Auftritt kostete den österreichischen "Rechtsaußen" Heinz-Christian Strache (früher FPÖ) seine Karriere und war auch für die Regierung von Kanzler Sebastian Kurz äußerst peinlich. Wenige Monate vor der Nationalratswahl kam es in einer Ferien-Villa auf Ibiza zu einem fingierten Treffen zwischen einer vermeintlichen russischen Milliardärs-Tochter und den beiden Politikern Strache und Johann Gudenus, damals geschäftsführender Fraktionschef der FPÖ im Parlament. Beide brüsteten sich machohaft mit ihrem politischen Einfluss, schwafelten über die mögliche Übernahme der mächtigen "Kronen"-Zeitung durch die "Investorin" und dachten über mögliche steuergünstige Spenden-Modelle und Gegengeschäfte nach, wobei Gudenus zeitweise als Dolmetscher im Einsatz war.

    Sachbuch ist Grundlage für Vierteiler

    Das Skandal-Video wurde am 17. Mai 2019 von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" (SZ) auszugsweise veröffentlicht und führte in der Folge zum Bruch der österreichischen Regierungskoalition und dem Niedergang der FPÖ. Die beiden SZ-Journalisten Frederik Obermaier und Bastian Obermayer machten daraus das Sachbuch "Die Ibiza-Affäre: Innenansichten eines Skandals". Es soll die Grundlage für einen TV-Vierteiler sein, der ab Anfang nächsten Jahres für Sky Deutschland gedreht werden soll. Die Drehbücher schreiben Stefan Holtz und Florian Iwersen.

    Erzählt aus "unterschiedlichen Perspektiven"

    In einer Pressemitteilung schreibt Marcus Ammon, zuständig für Eigenproduktionen bei Sky: "Ein realer und handfester Politskandal, den sich ein Drehbuchautor nicht besser ausdenken könnte: Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Quirin und Max die unglaubliche Entstehungsgeschichte dieses inzwischen weltweit bekannten Videos zu erzählen, das Österreichs FPÖ-Vizekanzler und mit ihm die ganze Regierung zu Fall brachte. 'Die Ibiza Affäre' ist ein packender Politthriller, der aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird."

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    Bildrechte: Clara Margais/dpa-Bildfunk

    Hier fand alles statt: Finca auf Ibiza

    Produzent Quirin Berg wird mit den Worten zitiert: "Die Ibiza Affäre liefert einen eindringlichen Beweis für die Bedeutung des unabhängigen Journalismus als treibende Kraft der Wahrheitsfindung und damit als Eckpfeiler unserer Demokratie. Dabei ist diese Geschichte vollkommen absurd, spektakulär, erschütternd, packend – und vor allem Realität."

    Mutmaßlicher Drahtzieher des Videos festgenommen

    Der mutmaßliche "Drahtzieher" des Videos, ein 40-jähriger österreichischer Staatsbürger, war am 11. Dezember in Berlin festgenommen worden. Gegen ihn lag ein europäischer Haftbefehl vor. Er soll sich der "illegalen Herstellung von Ton- und Filmaufnahmen" schuldig gemacht haben und mit drei Kilogramm Kokain gehandelt haben.

    Nach Aussage seines Anwalts wurde der Österreicher allerdings "nur" wegen des Drogendelikts verhaftet. Das zuständige Berliner Kammergericht habe auch eine Auslieferung wegen des Videos für ausdrücklich "nicht zulässig" erklärt. Begründung: Die Herstellung und Verbreitung des Materials sei "nicht strafbar". Der Anwalt vertrat die Ansicht, seinem Mandaten drohe in Österreich "Verfolgung und Strafe für seine politischen Ansichten". Für den Fall, dass wegen der Drogen doch die Auslieferung erfolge, wolle er das Bundesverfassungsgericht anrufen und einen Asylantrag für seinen Mandanten prüfen.

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